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1 (1857)
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Pressburger Frieden eingetretenen Waffenstillstände wusste er bald darauf durchAchtung gebietende Haltung den unbefugten Plackereien einiger französischerBefehlshaber in dem vom Feinde besetzten Taborer und Budweiser Kreise Einhaltzu thun.

Als im Jahre 1809 der Krieg mit Frankreich neuerdings ausbrach, übernahmer das Commando des 2. Armee-Corps, mit welchem er aus Böhmen in Bayern cin-drang, am 19. April Stadt am Hof und am 20. Regensburg besetzte. Die ungünstigenEreignisse bei der Haupt-Armee nötliigten ihn, sich in das südliche Böhmen unddann nach Österreich zurückzuziehen. Zur Schlacht bei Wagram vereinigte ersich wieder mit der Haupt-Armee, und hatte verdienten Antheil an dem Ruhme,welchen die österreichischen Waffen in diesem blutigen Kampfe sich erwarben.Nach dem ungünstigen Ausgange desselben wurde zur Deckung Böhmens dieErrichtung eines besonderen Heeres von 50,000 Mann unter dem Oberbefehl desErzherzogs Ferdinand beschlossen, welchem Ko lowrat als Beirath zugegebensein sollte; doch kam dieses Project wegen des bald erfolgten Friedensschlussesnicht zur Ausführung. Am 10. September 1809 ward Kolowrat für die Ver-dienste im letzten Feldzuge durch die Beförderung zum Feldmarschall belohnt.

Obwohl er wegen seiner geschwächten Gesundheit den Feldzügen 1813 bis

1815 nicht beiwohnen konnte, so leistete er doch als commandirender General inBöhmen, welches im ersteren Jahre vom Feinde so nahe bedroht war, durch zweck-mässige Anstalten zur Unterstützung der verbündeten Heere, und durch seine Sorgefür die vielen kranken und verwundeten Krieger die wesentlichsten Dienste, inderen Anerkennung ihm der Monarch im Mai 1815 das goldene Kreuz des neugestifteten Civil-Ehrenzei chens verlieh, und König Ludwig XVIII. ihn für die denverwundeten und gefangenen Franzosen geschenkte Sorgfalt zum Grossofficier derEhrenlegion ernannte. Die durch die überstandenen Fatiguen und Anstrengungenzu sehr geschwächte Gesundheit veranlasste den Feldmarschall, um die Enthebungvon dem General-Commando zu bitten, was ihm im Mai 1816 unter Bezeugung derAllerhöchsten Zufriedenheit mit den langen und erspriesslichen Diensten und gleich-zeitiger Verleihung des Grosskreuzes des Leopold-Ordens gewährt wurde. Dochnicht lange genoss der würdige Greis der wohlverdienten Ruhe; schon am 5. Juni

1816 endete Entkräftung als Folge wiederholten Schlagflusses sein thätiges Leben.

Kolowrat, ein tapferer Krieger, war auch als Mensch durch Seelen-grösse, Sanftmuth und anspruchslose Bescheidenheit ausgezeichnet. Als Soldattheilte er alle Gefahren und Beschwerden brüderlich mit den ihm untergebenenTruppen und brachte auch auf den höheren Stufen nie die Nacht unter Dach zu,wenn seine Truppen im Bivouac standen, um sie durch sein Beispiel der Abhärtungaufzumuntern.