501
Als Kaiser Joseph im Jahre 1786 clie Karlstädter Grenze bereiste, ernannteer den thätigen Rukavina zum Oberst-Lieutenant ausser der Tour bei den Oguli-nern. In dieser Eigenschaft wohnte Rukavina dem Türkenkriege bei, wurde zwei-mal tödlich verwundet und im December 1789 zum Obersten befördert. Hieraufward er bei der türkischen Grenz-Demarcation mit gutem Erfolge verwendet, undim Jahre 1794 mit zwei, aus den vier Karlstädter Regimentern zusammengesetzten,Bataillonen zur Armee nach Italien beordert, wo ihn der Commandirende Feld-zeugmeister De Vins mit schwierigen Unternehmungen betraute, die Rukavinajedesmal zur Zufriedenheit löste undinFolge dessen imMail795 zum General-Majorvorrückte. Am24. Juni dieses Jahres griff Rukavina an derSpitze seiner Truppen,mit dem Bajonete und ohne einen Schuss zu thun, die Franzosen auf Madonnadel Monte an, vertrieb sie über den Torrente und blieb ungeachtet einer in derSchulter erhaltenen schmerzhaften Blessur bis zum Ausgang des Gefechtes bei derTruppe. Mit noch offener Wunde übernahm er das Commando der Vorposten undzeichnete sich mehrfaltig aus, dann kam er zur Besatzung in die Festung Mantua,wo er den vom Feinde zumeist bedrohten Posten Migliaretto mit grosser Herzhaf-tigkeit commandirte, sieben feindliche Stürme auf denselben zurückschlug undwährend der Belagerung selbst Tag und Nacht auf dem Kampfplatze zubrachte. Fürdie hiebei bewiesene Bravour wurde Rukavina mit dem Ritterkreuze belohntund 1797 in den Freiherrnstand erhoben.
Nach dem Entsätze Mantua’s (Ende Juli 1796) erhieltRukavina die Erlaub-niss, seiner geschwächten Gesundheit zu Padua Pflege angedeihen zu lassen; alses aber entschieden war, dass Mantua eine zweite Belagerung zu bestehen habe,widmete er derselben aus freiem Antriebe seine Dienste und hielt bis zur erfolgtenÜbergabe im Platze aus.
Im Jahre 1798 wurde Rukavina als Militär-Commandant nach Dalmatienund Albanien beordert. Es war dies eine unter den damaligen Verhältnissen sehrschwierige Stellung, um so grösser das Verdienst für Rukavina, da er durch meh-rere Jahre den Erwartungen seines Monarchen auf das Beste zu entsprechenverstanden hatte. Seine Kenntniss des Landes und des Volkes, so wie seine gigan-tische persönliche Erscheinung machten ihn gefürchtet und geachtet, und Ruheund Ordnung herrschte in allen Tlieilen seines Generalates und an den Grenzendesselben.
Schon im Jahre 1801 zum Feldmarschall-Lieutenant, zwei Jahre darnachzum Inhaber des 52. Infanterie-Regiments ernannt, zog sich Rukavina nach demWiener Frieden in den Ruhestand und lebte zu Penzing beiWien, wo er am 3.Mai1817 im Greisenalter das Zeitliche beschloss.