Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
391
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Infanterie-Regimente als wirklicher Oberst nncl Regiments-Commandant eingetlieilt,wo er bald Gelegenheit fand sich auf das Rühmlichste auszuzeichnen.

In der Schlacht bei Iloclikirch (14. October 1758) nahm Ferraris ander Spitze seines Regiments eine feindliche Batterie von 18 Kanonen mit Sturm,und trug dadurch wesentlich zu dem glücklichen Erfolge dieses Tages bei.Das Kloinkr e uz wurde ihm alsAnerkennung für diese heldenmüthige That. Ebenso zeichnete er sich bei Torgau aus, wo er drei Bataillone Grenadiere befehligteund vom Feldmarschall Daun besonders angerühmt wurde.

Nach manchen ehrenvollen Wunden und Anstrengungen während des sieben-jährigen Krieges stieg der Graf von einer militärischen Würde zur anderen. Er warim Jahre 1761 General-Major, einige Jahre später Director der Artillerie in dengesammten österreichischen Niederlanden, 1773 Feldmarscliall-Lieutenant und1775 Gouverneur von Termonde. Wie sehr er auch in Friedenszeiten beeifert war,Alles zu befördern, was zur Erweiterung der militärischen Wissenschaften beitragenkonnte, beweiset die von Kennern sehr geachtete militärische Karte der Nieder-lande (Garte des Pays bas autrichiens , du Brabant, du Buche de Luxembourg) in25 Blättern, welche er unter eigener Leitung und Mitwirkung ausführen liess, unddem Kaiser Jos eph II. im December 1777 vollendet überreichte. Die KaiserinnMaria Theresia beehrte Ferraris mit ihrem besonderenVertrauen; ein Beweisihrer Gnade bestand auch darin, dass sie ihm auf den Fall des bevorstehendenKrieges mit Preussen (1778) dieLeitung des Erzherzogs Maximilian, nachmaligenKurfürsten von Köln, übertrug. Aus dieser Epoche sind mehrere merkwürdigeHandschreiben der grossen Kaiserinn vorhanden, aus denen bei der cingetretenenKrankheit des jungen Erzherzogs die zärtliche Sorgfalt der erhabenen Mutter fürdas Wohl ihrer Söhne ganz hervorleuchtet, die aber auch eben so viele Beweisedes vollkommenen Zutrauens sind, welches sie in den Grafen Ferraris setzte undihm fortwährend durch wiederholte Gnadenbezeugungen zu erkennen gab.

Als die Unruhen in den Niederlanden ausgebrochen waren, schien KaiserJoseph, um jene Angelegenheit wdeder in Ordnung zu bringen, auf Ferraris,wegen seiner genauen Localkenntniss dieser Provinzen und der allgemeinen Achtungwelche er in denselben genoss, sein ganzes Vertrauen zu setzen. Im Jahre 1784war Ferraris zum Feldzeugmeister vorgerückt und später zum geheimen Ratlicernannt worden. Kaiser Franz II., der ihm dieseWürde im Jahre 1798 verliehen,war der vierte Monarch, welchem derjetzt schon ziemlich bejahrte Kriegsheld diente.Schon in das 67.Lebensjahr eingetreten, fand er donnochin demFeldzuge 1793 Ge-legenheit, sich bei zwei der wichtigsten Vorfallonh eiten auszuzeichnen; für seine beiOnnaing und Estreux am 1. Mai erworbenen Verdienste durch Unterstützungdes Feldzeugmeisters Grafen Colloredo wurde er Commandeur, und noch indemselben Jahre nach der Einnahme der Festung Valenciennes gelangte erfür die bei derBelagerung undEroberung derselben bewiesene militärische Einsicht