386
von Wittenberg und Torgau, dann den Affairen bei Maxen und Strehlen bei; kam1761 als Fähnrich zu de Ligne - Infanterie und gab hei Burkersdorf und Reichcn-bach neue Proben von Unerschrockenheit und Intelligenz, so dass er 1762 alsUnterlieutenant in das Ingenieur-Corps aufgenoimnen wurde.
In der Friedensepoche erhielt Fr oon die Bestimmung zum Festungsbau inKöniggrätz, wo ihm seine rastlose Thätigkeit im Jahre 1773 die aussertourlicheErnennung zum Capitän-Lieutenant verschaffte. Während des bayerischen Erb-folgekrieges war Fr oon mit Aufführung verschiedener Verschanzungen betraut,dann beim Festungsbau in Theresienstadt und Josephstadt mit unausgesetztemrühmlichen Eifer und Thätigkeit verwendet, so dass er ausser der Tour zum Majorvorrückte.
Im Türkenkriege versah Fr oon die General-Quartierineisters-Dienste beidem Prinzen Coburg. Er entwarf die Disposition, auf welche Art dem Vordrin-gen des bei Battuschan lagernden Pascha Ibrahim Nasir begegnet werden könne,schloss sich der am 22. März 1788 ausgeführten glücklichen Unternehmung an,und wirkte durch die an die Hand gegebenen Manoeuvres so entscheidend mit,dass bald darauf auch Jassy in unseren Besitz kam. Im Juli hatte er vor Chotym,wo wegen Mangel an Belagerungsgeschütz keine Bresche gelegt werden konnte,durch glückliche Inbrandsetzung der feindlichen Nahrungsvorräthe das Meiste bei-getragen, dass dieser gut armirte Platz sich ergeben musste. Zum Oberst-Lieute-nant vorgerückt, übernahm er am 26. September die Werke und Minen von denabziehenden Türken, wohnte hierauf den Schlachten bei Fokschan und Mar-tin estje bei, und erwarb sich durch seine unermüdete Thätigkeit nicht nur dieOberstens-Charge, sondern auch das Ritterkreuz.
Im Februar 1793 rückte Fr oon, bereits in den österreichischen Freiherrn-stand erhoben, zur Belagerungs-Brigade nach dem Rhein und von da nach denNiederlanden, wo er die Belagerung von Valenciennes leitete und sich grossenRuhm erwarb, der in dem Co mmandeur kreuz Anerkennung fand. Am 22.Februar1794 zum General-Major im Corps befördert, zeichnete sich Fr oon bei der Bela-gerung von Landrecy und bei verschiedenen Gelegenheiten während der folgen-den Feldzüge durch Sachkenntnis, Eifer und Entschlossenheit wie immer aus,leitete 1798 bei der Reichscontingents-Armee in Bayern das Geniewesen, wurdehierauf Ilofkriegsrath und Assessor bei der in Wien zusammengesetzten Commis-sion zur Entwerfung eines neuen Reglements, kam 1800 als Vice-Commandant nachOlmütz, avancirte im Februar 1801 zum Feldmarschall-Lieutenant und wurde zurGeneral-Geniedirection nach Wien übersetzt, wo er, 1805 zum Inhaber des Infan-terie-Regiments Nr. 54 ernannt, bis zum Jahre 1809 verblieb, sonach Festungs-Commandant zu Olmütz wurde und am 16. November 1812 mit Feldzeugmeisters-Charakter in den Ruhestand trat. Fr oon hatte 55 Jahre mit grosser Auszeichnungsowohl vor dem Feinde, wie auch im Frieden gedient, und den Ruhm eines einsiclits-