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1 (1857)
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der Schlacht bei Wagram zwei Rückzugslinien offen. Die eine über Brünn nachOlnnitz, die zweite über Znaim nach Böhmen. Bei einem Abmärsche auf derersteren, welche vor der Front und dem rechten Flügel der Armee lag, wurde demFeinde die Flanke preisgegeben; überdies wurde sie von den hei Krakau ver-einigten Polen im Rücken bedroht. Der Erzherzog wählte daher die letztere,die den verfolgenden Feind von seinen Verbindungen und den polnischenTruppen entfernte, und im befestigten Lager bei Prag einen sicheren Stütz-punct darbot. Er liess das 4. Armeecorps gegen Brünn abrücken, und zog sichin vollkommener Ordnung nach Znaim zurück. Napoleon übertrug demMarschall Massena die Verfolgung des Erzherzogs, während er selbst das4. Armeecorps auf der Strasse von Brünn zurückwarf, und sich dann über Laagegen Znaim wendete. Ungeachtet der häufigen Hindernisse gelang es dem Erz-herzog, Znaim vor dem Feinde zu gewinnen. Er nahm Stellung vor dieserStadt mit der Front gegen Laa, und behauptete diese am 10. und 11. in zwei blu-tigen Gefechten. Napoleon hatte nur einen geringen Theil seiner Truppen zurDeckung seines Rückens am Marchfelde zurückgelassen, und stand am 11. mitvereinter Macht dem Erzherzoge gegenüber. Er rüstete sich für den kommendenMorgen zu einem entscheidenden Haupttreffern Bei der Nähe, in welcher sich diebeiden feindlichen Armeen befanden, konnte Erzherzog Karl dieser Schlacht nichtausweichen. Das ungünstige Terrain, Mangel an Kriegsbedürfnissen und dienumerische Überlegenheit seines Gegners machten den Verlust derselben mehrals wahrscheinlich. Nur ein Waffenstillstand konnte den Erzherzog und die Monar-chie aus dieser gefährlichen Lage retten. Karl trat mit Napoleon durch denGeneral-Quartiermeister Baron WJmpffen in Unterhandlungen. Der Waffenstillstandwurde in der Nacht zum 12. zwischen Letzterem und dem Marschall B erthiervorläufig auf die Dauer eines Monats und 14tägiger Kündigung abgeschlossen.Der Erzherzog führte nun die Armee durch Mähren nach Ungarn, wo sich an beidenUfern der Donau, längs der Waag und von Komorn bis zum Plattensee, alle öster-reichischen Heere vereinigten. Wenn die Gründe, w'elche den mit unbeschränkterVollmacht ausgestatteten Erzherzog zum Abschluss dieses Waffenstillstandesveranlassten, in der Flugschrift: „Welche Ursachen bewogen den österreichischenFeldherrn zu dem Waffenstillstände von Znaim, und war er vortheilhaft für Öster-reichs Interesse?“ klar und überzeugend dargestellt sind, so sind andererseits dieUrsachen noch nicht zur Öffentlichkeit gelangt, warum dieser am kaiserlichen Hofemissbilligt wurde. Thatsache ist aber, dass Kaiser Franz die Leitung der Armeeselbst übernahm, und Erzherzog Karl seine Stelle als Kriegsminister und Gene-ralissimus zu Littau am 31. Juli 1809 niederlegte. Dem General der CavallerieFürst Joliann Liechtenstein wurde das Ober-Commando übertragen.

Der Erzherzog ging vorerst nach Teschen, und nach dem Friedensschlüsseam 21. December mit seinem väterlichen Freunde, dem Herzog Albert von