Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
321
Einzelbild herunterladen
 

auch ein geschickter Anführer war. In der Schlacht hei Aldenhoven (l.März 1793)wurde er beordert, eine feindliche Batterie mit Sturm zu nehmen, die mit ver-zweifeltem Muthe von den Franzosen vertlieidigt wurde. Pforzheim, der nieseine Feinde zahlte und keine Gefahr kannte, vollführte zwar die schwere Unter-nehmung auf glänzende Weise, wurde aber nach errungenem Siege von einerKartätsche leblos zu Boden gestreckt. Auf Befehl des Prinzen Coburg wurde erdurch die ganze Armee auf einer Kanone, dem entsprechendsten Todtenwageneines solchen Helden, nach Aachen geführt, avo ihm die gesammte Generalitätdie letzte Ehre erwies.

VOGELSANG, Ludwig Freiherr, Feldzeugmeister, Inhaber des 47.Infanterie-Regiments, stammte aus einem mecklenburgischen Rittergeschlechte und Avurde zuBrüssel am 12. December 1748 geboren. Vogelsangs Vorältern waren tapfereSoldaten; sein Grossvater, Oberst und General-Adjutant des Fürsten Wal deck,zeichnete sich in den Kriegen gegen Frankreich zu Anfang des vorigen Jahr-hunderts so rühmlich aus, dass er 1720 in den Reichsritterstand erhoben wurde;der Vater Christian starb 1765 als Feldzeugmeister und Commandant von Luxem-burg nach 60 erfolgreichen Dienstjahren.

Ludwig V ogelsangtrat aus der Theresianischen Ritterakademie als Officierin das Infanterie-Regiment Clcrfayt und erwarb sich schon in den ersten Jahren dieZufriedenheit der Monarchinn so sehr, dass er eine Dose, mit dem Bildnisse derKaiserinn geschmückt und mit Brillanten geziert, aus Ihren Händen erhielt.

Im Kriege gegen die sogenannten niederländischen Patrioten (1790) that sichVogelsang als Major in den Gefechten beiNassogne(l. Jänner), Ichyppe(lS.Mai),bei Ilogne (23. Mai), bei Bellemaison und Coutisse, dann am 31. August bei derEroberung der feindlichen Batterien und des Lagers bei Andenne mit so viel Ein-sicht und Herzhaftigkeit hervor, dass er das Ritterkr euz erhielt, zum Oberst-Lieutenant befördert und 1793 in den Freiherrnstand erhoben wurde. Schon 1791war Vogelsang Oberst im Regimente; in dem Scharmützel bei Tournay (29. April

1792) zeichnete er sich durch Muth, bei der Eroberung von Marchiennes (30. October

1793) aber durch grosse Entschlossenheit aus. 1796 zum General-Major vorgerückt,befehligte er eine Grenadier.,-Brigade der Division Werneck beim Wartens-leb enschen Corps. Bei Würzburg erstürmte er den Gramschatzer Wald und trugzum siegreichen Ausgange der Schlacht bei. 1799 stand Vogelsang als Feld-marschall-Lieutenant bei der Armee unter Kr ay in Italien, und bildete im folgendenJahre mit seiner Division die Hauptmacht des Blockade-Corps von Genua unterFeldmarschall-Lieutenant 0 tt (s. d.). Die Wie der einnahm e des Castells Ceriola beiMarengo war lediglich seiner Tapferkeit zu danken.

Vogels an g erhielt nach beendetem Kriege eine Division in Hermannstadt undim Jahre 1805 eine Grenadier-Division bei der Armee des Erzherzogs Karl. In der