Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
314
Einzelbild herunterladen
 

314

ersten Stellung bei Urweiler am 2. December, im Walde von Schweighausen, woer blessirt wurde, und bei Fröschweiler, gaben Beweise seiner grossen Umsiebt undEntschlossenheit. Noch vor Ablauf des Jahres 1793 wurde Funk mit beson-deren Aufträgen an den preussischen Oberbefehlshaber, Herzog von Braunschweig,entsendet, erhielt dann wieder die Leitung der Artillerie bei der operirendenArmee am Rhein und dirigirtc sio bei der Einnahme der feindlichen Posten beiWeingarten (19. Juni 1794) und bei der Belagerung von Mannheim im folgendenJahre mit Ruhm. Den Feldzug des Jahres 1796 machte Funk in Italien mit underwarb sich neue Verdienste, so dass er schon 1797 zum Feldmarschall-Lieutenantvorrückte. Im November 1800pensionirt, quittirte Funk am 1. Mai 1805 die kaiser-lichen Dienste.

SOUEL, Johann von, Oberst, aus Lothringen stammend und zu Bar le Duc imJahr e 1742 geboren, trat im Juli 1758 als Oadet in das Infanterie-Regiment Kaiser undrückte in diesem Regimente bis zum Obersten vor. Im siebenjährigen Kriege hatteer es zum Obcrlieutenant gebracht und war als Major in den Türkenkrieg gezogen.

Bei dem Sturme auf Belgrad (30. September 1789) hatte Souel mit demLeib-Bataillon die Türken aus der Raizenstadt gänzlich vertrieben und die auf demGlacis errungene Position durch zweckmässige Vertheidigungsanstalten zur Sicherungdes linken Flügels des Angriffes standhaft behauptet, wodurch die erste Tranchcogegen die Festung noch in derselben Nacht eröffnet werden konnte.

Souel wurde zum zweiten Obersten im Regimente ernannt und mit demRitterkreuz ausgezeichnet. Im Jahre 1792 kam er als wirklicher Oberst undCommandant zu Pellegrini-Infanteric und kämpfte am Rhein. Anfangs April 1793bestand er ein hitziges Gefecht bei Dundenheim. Bei der Erstürmung der W e i ss e n-burger Linien am 13. October führte Souel die erste Abtheilung der 4. Colonnounter General von Meszäros. Er hatte mit 2 Bataillonen seines Regiments,2 Compagnien hessischer Jäger und 2 Compagnien hessischer leichter Infanterieden Feind aus den Verhauen des Bien-Waldes gegen Gross - Steinfeld und Caps-weiler hin zu vertreiben und die linke Flanke der die furchtbaren Verschan-zungen bei Gross-Steinfeld angreifenden Truppen zu decken. Muthig rückteer überSchaid gegen den Verhau vor. Aber in dem Augenblick, als SouelsTruppe denselben erreicht, empfängt sie ein mörderisches Feuer aus zwei rückwärtsversteckten Schanzen, von deren Vorhandensein man nichts gewusst hatte. EinBataillon Pellegrini, welches hier durchbricht, deckt zur Hälfte, von den feind-lichen Kartätschen- und Gewehrsalven niedergestreckt, mit Leichen und Verwun-deten den Boden, die Übrigen, durch diese überraschende Katastrophe wankendgemacht, stutzen. Souel eilt, die Ordnung unter der gelichteten Schaar wieder her-zustellen, da gesellt eine feindliche Kugel den tapferen Führer zu den Leichenseiner Brüder aber sein Tod wird durch die Einnahme der Schanze gerächt.