Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
311
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Unterstützung- der vierten Colonnne bestimmten Abtlieilung gegen das Widdincr undSemendrianerTbor vorzurücken und beide Puncto zu besetzen. Er vollfübrte diesenAuftrag so schnell und pünctlich und gewann eine so gute Position, dass er nichtnur einen heftigen Ausfall der Besatzung zurückzutreiben vermochte, sondern auchnoch 3 Kanonen nahm.

Später zur Armee an dem Rhein eingethcilt, verschied er schon am 20. Jänner1793 zu Frankfurt am Main im 51. Lebensjahre.

MlKOWINYvon I1 1 -eznobanya, Lud wig, General-Major, Chef des Mineur-Corps, geboren im Jahre 1735 zu Pressburg. Er hatte umfassende Studien imGeniewesen gemacht und wurde im Juni 1758 gleich als Lieutenant in das Artil-lerie-Füsilier-Regim ent eingetheilt.

Im siebenjährigen Kriege liess sich Miko wi nysehr gut verwenden, und kamfür mehrfältig ausgezeichnete Dienste bei Belagerung von Festungen im Sep-temberl761 als Hauptmann in das Sappeur-Corps und nach hergestelltcm Friedenzu den Mineurs, wo er 1769 zum Major und darnach zum Commandantcn derMineur-Brigade vorrückte. Als im Jahre 1772 die Artillerie eine neue Organisationerhielt, wurde das bisher der Artillerie zugewiesene Mineur - Corps unter dieGeneral-Direction der Ingenieure gestellt und verblieb bis zum Ausbruche desbayerischen Erbfolgckrieges in Peterwardein. Mikowiny, der schon 1772 zumOberst-Lieutenant und im März 1778 zum Obersten vorgerückt war, erhielt nach demTeschner Frieden die Bestimmung in die böhmischen Festungen; hier lebte er bis zumTürkenkriege ganz seinem Berufe und verlegte sich auf die Verbesserung neuer vonihm projectirter Minengruben. Bei einem mit denselben im Jahre 1787 abgehaltenenVersuche erwarb er sich die Allerhöchste Anerkennung und das General-Diplom.

Im Juli 1789 setzte er die Festungen Peterwardein und Essegg in Verthei-digungsstand und kam dann zur Belagerung von Belgrad. Hier hatte Miko-winy mit besonderer Einsicht und Thätig-keit die Arbeiten an dem linken Uferder Save und längs der Dunawiza nicht nur entworfen und geleitet, sondernauch denselben persönlich beigewohnt, hierbei die ausnehmendste Tapferkeit undUnerschrockenheit entwickelt und durch sein Beispiel den Mutli und die Ausdauerder Truppe angeeifert. Dreizehn Nächte brachte Mikowiny bei diesen Arbeitenunter dem heftigsten Feuer des Feindes zu und sammelte die mehrmals zer-sprengten Arbeiter, wobei er häufig durch Bomben und Kanonenkugeln mit Erdeüberschüttet wurde, ohne seinen Posten zu verlassen.

Das Capitel fand ihn des Ritterkreuzes würdig. Mikowiny starb zuPrag am 6. December 1792.

TÜKKIIEIM, Karl Freiherr, Feldmarschall-Licutenant, einem alten rheinischenGeschlechte entsprossen, war zu Wien 1743 geboren. Er diente schon im sieben-