Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
225
Einzelbild herunterladen
 

225

Dreimal mit Übermacht angegriffen, behauptete er sich nicht nur während dieserAngriffe, sondern den ganzen Winter von 1778 auf 1779 auf das Standhaftesteund vereitelte dadurch jede beabsichtigte Vorrückung des Feindes auf unser Gebiet.Bei all dem verfuhr er gegen die Landleute in diesem feindlichen Lande bis zurBekanntmachung desFriedens so schonend, dass ihn König Friedrich mit seinemDanke und einer goldenen Dose beehrte. Hierauf kam er als Brigadier nach Wien,wo ihn Kaiser Joseph II. zum Begleiter auf seiner Reise nach Frankreich wählte.

Im Jahre 1786 zum Feldmarschall-Lieutenant ernannt, sollte er die kaiser-lichen Truppen nach den Niederlanden führen, wurde aber abberufen und zumVicc-Commandanten in Wien ernannt. 1793 begab er sich mit den in Oberösterreichversammelten Truppen auf den Kriegsschauplatz, wo er bei Valencionnes, Wattig-nies und bei dem Rückzüge über die Sambre vorzügliche Dienste leistete, dabeiaber an Kräften und Gesundheit so abnahm, dass er sich gezwungen sah um seinePcnsionirung zu bitten. Diese wurde ihm jedoch nicht willfahrt, und er vielmehrzum Feldzeugmeister in seiner früheren Stellung ernannt.

Noch im Jahre 1797 musste Terzi den Oberbefehl des bei Wien versam-melten Heeres und des Aufgebotes übernehmen; er führte dasselbe bis Laibachund hatte bereits Istrien besetzt, als der Friede von Campoformio eintrat, woraufer nach Wien zurückberufen wurde. Hier starb er am 8. Februar 1800.

RITTER.

DAVIDOVICH, Paul Freiherr, Feldzeugmeister, Gouverneur der FestungKomorn, Inhaber des 34. Infanterie-Regiments, einem unter Kaiser Leopold I.aus der Türkei eingewanderten illyrischen Geschlechto entsprossen, war zu Ofen1737 geboren und als Volontär am 1. Februar 1757 bei dem Infanterie-RegimcnteErzherzog Karl Nr. 2 eingetreten. Im Laufe des siebenjährigen Krieges avancirteDavidovich bis zum Hauptmann und im November 1771 zum Major bei demInfanterie-Regimente dAlton Nr. 19.

Während des bayerischen Erbfolgekrieges that er sich bei mehreren Gele-genheiten, namentlich aber bei dem Sturme auf Habelschwert ganz besondershervor. Er hatte sich angeboten an der Spitze der Freiwilligen den ersten Angriffzu machen, und drang mit dem Säbel in der Faust in die Vorstadt. Alles was sichihm vom Feinde auf der Strasse widersetzte wurde niedergemacht, und die Vor-stadt ungehindert mit 400 Mann besetzt. Nun begann ihn der Feind aus denFenstern zu belästigen, aber trotz des heftigsten Feuers drang Davidovichbis an das Stadtthor vor, forcirte dasselbe und verschaffte dadurch der Colonncdes Generals Pallavicini (s. d.) Gelegenheit ohne namhaften Widerstand in dieStadt cinzudringen. Nachdem Davidovich noch eine feindliche Abtheilungunschädlich gemacht, vereinigte er sich mit der Ilauptcolonnc, worauf der

15