214
Obschon dieser durch den Teschner Frieden vom 13. Mai 1779 beendigte Krieg gar keineResultate im Grossen lieferte, so -war er desto reicher an kleineren Unternehmungen, welche vonunseren Truppen eben so gelungen als kühn durchgeführt wurden, und ihren Führern Gelegenheitboten sich der höchsten Auszeichnung würdig zu machen.
Eilfte Promotion (vom 21. November 1778).Allerhöchste Verleihung auf clem Schlachtfelde ausser Capitel.
COMMANDEURE.
D’ALTON, Rich ar d Graf,Feldzeugmeister,Inhaber dcs26.Infanterie-Regiments,aus altem Adel entsprossen und zuLacharronin der schottischen Grafschaft Ross 1732geboren. D’Alto n war ein tapferer Krieger, — alles was darüber hinausging aberein Schritt mehr ihn unpopulär zu stellen; und ein schmerzliches Gefühl ergreiftuns, wenn wir sehen, wie eine beinahe vierzigjährige ruhmvolle Dienstzeit durchpolitische Tactlosigkeit verdunkelt und in den Hintergrund gesetzt werden musste.
Schon im 18. Lebensjahre erhielt d’Alton eineOherlieutenantsstelle bei Salm-Infanterie Nr. 14 und zog als Grenadier-Hauptmann in den siebenjährigen Krieg.Mit seiner Compagnie focht er hei Kollin und am Moysberge hei Görlitz, wo ersich eben so wie im Jahre 1759 bei Saalfeld (26. März) und hei Aisch am (8. Mai)hervorthat, dann zur Belagerung von Dresden kam. Hier schloss er, vom GeneralMacquire beauftragt, die Capitulation mit dem preussischenGeneral Schmottauab, und wurde wegen seiner guten Verwendung Major bei Grün-Loudon-Grenadiere. In der Schlacht bei Kun nersdorf (12. August 1759) fand d’Altonerneuert Gelegenheit seinen Muth und seine Talente geltend zu machen, wofürer auf dem Schlachtfelde Oberst-Lieutenant wurde und in der 5. Promotion dasKleinkreuz erhielt. Als der Feind im Doppelschritt vorrückte, stellte sichd’Alton mit ganzer Front demselben entgegen und brachte ihn zum Weichen.Der Zusammenstoss war mörderisch; von 33 Officieren verlor d’Alton 30 theilstodt, theils blessirt; ihm selbst wurde das Pferd unter dem Leibe erschossen, dochcommandirte er zu Fuss und hielt so lange Stand, bis ihm Unterstützung zu Tlieilwurde. Auch bei Landshut (1760) hatte er seine Bataillone mit ausgezeichneterBravour gegen den Feind geführt, eine Schanze nach der anderen erstürmt undzum glücklichen Ausgang das Meiste beigetragen. Er brachte die Siegesnachrichtnacli Wien und wurde Oberst. Sofort eilte er wieder zur Armee, war bei Liegnitz(15. Juli) der Erste beim Angriff, der Letzte beim Rückzug und vertheidigte dieVerschanzungen von Leutmannsdorf (Juli 1762) tapfer. Als nach dem Huberts-burger Frieden die Grün-Loudon-Grenadier-Bataillone aufgelöst wurden, kam erals Oberst in das 50., und 1767 in das 27.Infanterie-Regiment B aden-D urla ch,dem er drei Jahre als Commandant Vorstand.