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1 (1857)
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208
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lieferten denBeweis, welche Übermacht die Artillerie habe, wenn man sie zu leitenversteht, denn in beiden Gelegenheiten brachte Rouvroy die feindliche an ZahlundKaliber stärkere zum Schweigen. Er wurde Major und nun begann seine eigent-liche Thätigkeit. Bei der Einschliessung des Fouquetscken Corps bei Landshut(23. Juni 1760) traf Rouvroy, bereits zum Oberst-Lieutenant vorgerückt, so guteAnstalten, dass Loudon ihm das Zeugniss gab, wie ohne Rouvroys Hülfe undBeistand wohl schwerlich ein so vollständiger Sieg erfochten worden wäre. Überdiese Anempfehlung wurde Rouvroy, der schon in der 3. Promotion das Klein-kreuz erhalten hatte, Oberst.

Die schnelle Einnahme von Glatz fällt seinen und des Majors Bechardtzweckmässigen Anstalten zu. Einige Grenadiere hatten sich bis an die Pallisadengeschlichen, wo sie die Wache schlafend fanden; nun rückten mehrere Bataillonein den bedeckten Weg, überwältigten den Feind und drangen zugleich mit ihmin die Festung.

Sofort wurde Breslau eingeschlossen, jedoch trotz des kräftigen Bombardementsnicht bewältigt. Im Treffen bei Liegnitz (15. August 1760), wo sich das Lou-donsche Corps über die Katzbach zurückziehen musste, führte Rouvroy unterder Bedeckung von 2 Grenadier-Bataillonen bei Linowitz eine Batterie auf, derenvortreffliche Wirkung die Preussen zurückkielt und unserem Corps äusserst vortkeil-haft war.

Bei dem Sturme auf Schweidnitz (10. October 1761) stürzten die Grenadiere,ohne einen Schuss zu thun, mit gefälltem Bajonete in eines der Aussenw r erke;Rouvroy war mit eingedrungen undliess die Kanonen gegen die Festung kehren,was den Überfall wesentlich erleichterte.

Übei'haupt hatte Rouvroy, der beständige Gefährte Loudons, diesen inallen bedeutenden Vorfällen mit der Artillerie sehr kräftig unterstützt. Schon imJahre 1761 in den Freiherrnstand erhoben, bald darauf zum General - Majorbefördert, wurde er mit dem Commandeurkreuz ausgezeichnet.

Im bayerischen Erbfolgekriege machte man bekanntlich von der Artillerie imGrossen wenig Gebrauch, desto mehr aber im Türkenkriege. Hier wie dort warRouvroy (seit dem Jahre 1787 Feldzeugmeister) der Leiter derselben. Schabaczwurde unter den Augen Josephs II. erstürmt, aber Rouvroy an der Brust ver-wundet. Im Juni 1789 legte ihm Loudon nach der Eroberung von Berbir dasLob bei, dass er durch kluge Anordnungen und die sehr gute Leitung der Artillerienach seiner bekannten Thätigkeit sehr vieles beigetragen habe, dass die sehr müh-samen und gefährlichen Belagerungsarbeiten ohne beträchtlichen Verlust an Mann-schaft in so kurzer Zeit einen so schnellen Fortgang nehmen konnten.

Vor Belgrad war Rouvroy ausser Stande mitwirken zu können. Schon beiBeginn der Belagerung erkrankte er und starb vor dem Falle dieses Platzes am 30. Sep-tember 1789 zu Semlin. Für das Grosskreuz bestimmt, liess Joseph II. die