Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
182
Einzelbild herunterladen
 

182

einen Angriff auf diese zu unternehmen. Den Plan hiezu entwarf Nu ge nt undtraf seine Dispositionen so vortrefflich, dass alle feindlichen Batterien zerstört undderen Geschütze vernagelt wurden. Bei dem in guter Ordnung erfolgten Rückzugegerieth Nu ge nt zwar in Gefangenschaft, aber der gelungene Ausfall hatte haupt-sächlich die schleunige Aufhebung der Belagerung zur Folge gehabt. Nachdem erschon früher Oberst geworden, erhielt er nun auch das Ritterkreuz.

In der darauf erfolgten Friedenszeit leistete Nu ge nt dem Vaterlande auch impolitischen Fache vorzügliche Dienste, da er seit dem Jahre 1764 den wichtigenGesandtschaftsposten zu Berlin einige Jahre hindurch zur Zufriedenheit seinerMonarchinn sowohl als auch des Königs vonPreussen bekleidet hatte, welcher ihmbei allen Gelegenheiten mit vieler Auszeichnung begegnete: Im Jahre 1767 wurdeNug ent Feldmarschall-Lieutenant und Inhaber des 56. Infanterie-Regiments.

Er war seit langerZeit immer kränklich. Als derKönig von PreussenDresden bela-gerte, wurde N u g e n t an den Hof nach Wien geschickt. Er kam gerade denTag vor demgrossen Ausfälle ins Lager zurück, erhitzte sich stark bei den dazu nöthigen Anstaltenundlegtesichdannunterfreiemllimmelnieder um einige Stunden auszuruhen. Ganzunvermuthet fiel ein kühler Regen und die jähe Erkältung zog ihm ein unheilbares Übelzu. Erlitt so sehr an den Nerven, dass er am ganzenKörper ausserordentlich zitterte undjederzeit aufs Pferd, so wie von selbem herunter gehoben werden musste. Demunge-aclitet machte er im bayerischen Erbfolgekriege den Feldzug mit und leistete auch hiervortrefflicheDienste, namentlich bei derBehauptung des wichtigenPostens vonTurnau.

Nugent diente schon bei Philippsburg und machte den Krieg gegen dieTürken 1737. mit. In diesem Kriege bekam er die Pest und fand sich einmal beimErwachen in einem weit von allen anderen entfernten Zelte ganz allein und miteinem Zettel neben sich, wo ihm von seiner Krankheit Nachricht gegeben undzugleich bedeutet wurde, dass man ihm immer das Nöthige in sein Zelt überbringenlassen, aber ihn auch, falls er sich aus selbem entfernen und unter die Soldatengehen -wollte, ohne weiters niederschiessen würde. Seine gute Natur half ihmindessen zur Gesundheit, aber die schreckliche Behandlungsart konnte er niemalsaus dem Gedächtnisse bringen. Der Graf war ein Meister in der Lagerkunst, inMarsch-und Situationskenntnissen und im Entwerfen grosser Operationen. Er fandein Vergnügen darin, seine Kenntnisse Anderen mitzutheilen, und Alle, mit denener sich Mühe gab, versicherten dankbar, dass man bei jedem seiner Vorträge immerNeues lernte. Nugent starb als Stadt- und Festungs-Commandant zu Prag am29. März 1794.

Sein Sohn Lavall (s. d.) erhöhte den Ruhm des Vaters und stieg bis zumFeldmarschall empor.

Neugebauer, F ranz LudwigFreih., Feldmarschall-Lieutenant, commandi-render General in Inner-Osterreich, Inhaber des 46. Infanterie-Regiments, war zu