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35 Mann zu Gefangenen und erbeutete 74Proviantpferde. Noch ehe diePreussenvomnächsten Posten zu Hülfe eilen konnten, kehrte Sauer mit seinen Soldaten über dieElbe zurück und brachte die Beute glücklich in’s Lager. Das Zutrauen auf Saue r’sTapferkeit -war bei seinen Untergebenen unumschränkt, weil er sich immer selbstan ihrer Spitze der Gefahr ausgesetzt und in den meisten Affairen mit eigenerFaust seinen Mann erlegt hatte. Er erhielt für diese vortrefflichen Leistungen dasRitterkreuz, wurde 1765 Oberst und in den Freiherrnstand erhoben.
Im bayerischen Erbfolgekriege führte Sauer als General-Major ein eigenesCorps, welches Prag zu decken hatte; als die preussischen Generale Platen undMöllendorf gegen die Hauptstadt anrückten, manoeuvrirte er mit vieler Geschick-lichkeit, und leistete später, inVerbindung mit Kinsky, deVins und Riesse, sogute Dienste, dass sie durch ihre Demonstrationen über das Erzgebirge gegenDresden den Prinzen Heinrich zu dem schleunigsten Rückzuge aus Böhmennöthigten. Sauer wurde 1779 Inhaber eines 1801 aufgelösten Dragoner-Regimentsund im Jahre 1783 Feldmarschall-Lieutenant. Auch im ersten Feldzuge des Türken-krieges im Jahre 1788 bewährte er beim Corps des Prinzen Coburg seinevortrefflichen Eigenschaften, verliess jedoch bald darauf geschwächter Gesundheits-Umstände wegen die Armee und wurde in Galizien angestellt. Im Jahre 1795trat er in Pension und verschied zu Tyrnau in Ungarn am 13. November 1800.
TlLLIER, Joseph Maxmilian Freiherr, Feldmarschall-Lieutenant, Inhaberdes 14. Infanterie-Regiments. Zu Novarra 1728 geboren, hatte Tilli er in den erstenJahren des Erbfolgekrieges als Volontär beim Trenk’schen Panduren-Corps seineLaufbahn begonnen. Während der Belagerung von Olmiitz commandirte er, bereitsMajor bei Simhsclien-Infanterie Nr. 53, in der Nacht des 4. Juni 1758 den Ausfallauf die feindlichen Werke, bei welcher Gelegenheit der Feind aus den Trancheengetrieben, diese zum Tlieile zerstört und 22 Gefangene eingebracht wurden. SeineVerwendung in dieser Festung war überhaupt so erfolgreich, dass er nach derAufhebung der Belagerung mit Übergehung der Oberst-Lieutenants-Charge zumObersten beiBethlen-Infanterie Nr. 52 befördert wurde. Im Treffen bei Adelsbach(6. Juli 1762) versah er Brigadiersdienste. DiePreussen rückten mit starker Über-legenheit gegen das auf den Anhöhen gelagerte Brentano’scheCorps an, um durchdessen Verdrängung die linke Flanke der Daun’schen Armee zu gewinnen. Es kamhierbei zu einer starken Kanonade, die drei Stunden dauerte und während welchervon beiden Seiten vielerlei Bewegungen gemacht wurden. Tilli er bemerkte gleichanfangs, dass die Hauptabsicht des Feindes dahin gerichtet sei, auf seinen Flügeldurchzubrechen. Er liess daher eiligst die Artillerie auf dem sogenannten Sachs-berge aufführen und selben durch ein Bataillon seines Regiments besetzen. DerFeind entsendete gleich darauf 5 Bataillone durch das Dorf, um sich dieser wichtigenAnhöhe zu bemeistern, und obschon sein erster Angriff zurückgeschlagen wurde,