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Die hohe Frau verstand aber auch diese Begeisterung zu nähren und zu würdigen, undobgleich sie bei jedem Anlass die Thatkraft des Heeres durch wiederholte Beweise ihrer Zufrie-denheit anerkannte, so sann sie doch auf Mittel, welche nebst der Belohnung einen Sporn zu neuenThaten bieten konnten.
Als nun der siebenjährige Krieg zum Ausbruch kam, wurde der Gedanke reif: einenmilitärischen Verdienst-Orden zu stiften, der jenen Officieren verliehen werden sollte,welche vor allen Andern durch Tapferkeit und kluges Benehmen sich auszeichnen würden.
Dieser Gedanke fand in dem erlauchten Gemahl der Kaiserinn, in Franz I., die wärmsteUnterstützung und es wurden sofort sämmtliclie Conferenz-Minister angewiesen, gutachtliche Vor-schläge über die Weise auszuarbeiten, wie dieser Orden ins Leben zu rufen sei.
In den Ansichten hatte man sich sehr bald geeinigt und es konnte schon im Frühjahre 1757der Entwurf festgestellt werden. Die Kaiserinn beabsichtigte die Errichtung dieses Militär-Ordensdurch den Oberbefehlshaber der kaiserlichen Heere, Herzog Karl von Lothringen, am 13. Maibei der Armee verlautbaren zu lassen; als aber sechs Wochen später der Feldmarschall Daunden ruhmvollen Sieg bei ICollin — einen der denkwürdigsten in der Kriegsgeschichte Öster-reichs — erfochten, wurde dieser Tag — der 18. Juni 1757 — als der Stiftungstag des Ordensbezeichnet.
Ein Cabinetsschreiben der Kaiserinn ddo. Wien 22. Juni 1757 an den Feldmarschall GrafenDaun gerichtet, spricht sich über die Errichtung des Ordens in folgender Weise aus:
„Lieber Graf von Daun! Die Zuneigung und das Wohlwollen, so Ich für Mein Militare trage,hat Mich schon seit einigen Jahren auf den Vorschlag geführt, einen neuen Militär-Ordenzu errichten, "und demselben einen sicheren Fundum zur Bestreitung der dafür gewidmetenPensionen zu verschaffen, damit die vorzüglichen Verdienste Meiner Officiers sowohl durch einöffentliches Ehrenzeichen distinguiret, als auch ihnen ein besseres Auskommen und ein Zuflusszu ihren Gagen verschafft werde.“
„Die wirkliche Ausführung dieser Absicht hat seithero an dem Abgang einer dem Vor-haben gemässen Veranlassung gehaftet. Nachdem aber solche nunmehr durch den von euch undeuerer unterhabenden Armee erfochtenen herrlichen Sieg verschaffet worden, und Ich euch dieEhre bei der späten Nachkommenschaft mit Freuden gönne, dass der neue Orden seinen Anfangdem erwähnten Siege zu verdanken habe ; so will Ich nicht länger verziehen Mein Vorhabenin das Werk zu stellen, und andurch dem Militari eine neue Probe Meiner Gnade und dank-nehmigen Wohlwollens zu geben.“
„Da jedoch die Entwertung der Statuten und alle übrige Einrichtung noch einige Zeiterfordert, so habe Ich für diensam ermessen, euch vorläufig dasjenige an Hand zu geben, wasMeiner ganzen Armee auf die gut befindende Art bekannt zu machen und in wirklichen Vollzugzu bringen ist.“
Nun wird in dem Cabinetsschreiben bestimmt, dass der Orden nach dem Namen der Stif-terinn Militärischer Maria Theresien-Orden genannt werden soll, dessen GrossmeisterthumKaiser Franz I. übernommen; dass der jeweilige Hof- und Staatskanzler der auswärtigen 'Ange-legenheiten die Stelle eines Ordenskanzlers zu führen, alle Befehle bezüglich dieses Ordensunmittelbar vom Grossmeister entgegen zu nehmen, so wie auch alle Vorträge und Gesuche andenselben zu erstatten habe. Nachdem weiters einige Hauptregeln als Anhaltspuncte für diespäter folgenden Statuten festgestellt werden, heisst es:
„Eure Aufmerksamkeit und Neigung den Lustre Meines Militaris immer mehr emporzu-schwingen, und die vorzüglichen Verdienste nicht unbelohnt zu lassen, simmt mit Meiner Haupt-