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Ist das Band der Ehe sogar ohne Ausnahm unauflöslich als es die Kanonisten vorgeben? : eine Frage, die ein Katholick beantwortet
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haften Geist eingenommen hatte. Sie hatte sichZeit ihrer Bekanntschaft so schlau zu verstellengewußt, daß er die treueste und unverbesserlichstePerson vor sich zu haben glaubte. Allein es wa-ren kaum fünf Monathe nach geschlossener Ehevorüber, als ihn ein Brief, der ihm von Ohn-gcfahr in die Hände siel, von seinem Wahneüberzeugte. Er war von einem Abbce an seineFrau geschrieben, und in so expressiven Wortenabgefaßt, daß ihm kein Zweifel seiner erlittenenSchande, und des Lasters seiner Gattin übrigblieb. Er hielt ihr diese Bekanntschaft vor: abersie war unverschämt genug, alles zu laugucu, undnoch über das dem Manne mit dem gröbstenAusdrücken zu begegnen. Als er ihr aber denBrief vorzeigte, änderte sie die Sprache, sielihm zu Füssen, und bath ihn, (ihr guter Geniusgab ihr es ein:) wo nicht sie, wenigst das armeKind, das sie'im Leibe trug, zu verschonen. InRücksicht auf diesen Zustand, und aus Erbarmenüber das unschuldig werdende Geschöpf, ließ ersich nach und nach erweichen, und so sehr sichNatur und die beleidigte Ehre darwider empör-te, zwang er sich, die erlittene Schmach zu ver-gessen. Sie versprach ihm mit ganzen Bachenvon Thränen, daß sie inskünftige ihre Pflichtgenau beobachten, und ihren Fehler durch unver-leistiche Treue nnd Wohlverhalten vcrbeßern

wolle.