Einige Stande des Reichs verbanden sich miteinander zu ih-rer Sicherheit. Die Particulicrs rotteten sich zusammen undformieren auf ihren Reisen Caravanen. Die unmittelbarenund mittelbaren Edelleute und die Landsassen schloss« Bündnissezu ihrer gegenseitigen Sicherheit miteinander. Diese Bünd-nisse murren anfänglich Lurg - Friede und nachmals Gan-«rdinat geheißen.
Die Clcrissy, welche ebenfalls die öffentliche Ruhe be-fördern helfen wollte, publicirte die DreuM oder den Friedendes -sserrn» In dieser Schrift ermähnte sie die Räuberaller Gattung, die Kaufleute nicht zu berauben, wederFrauen noch Mädchen zu nothzüchtigen, und die Landleutenicht an Festtagen zu plündern, Dir verschicdncn Parteyen,welche in Deutschland, über den Kaissrwahlcn, auch überden, wegen der Erbfolge in gewissen Ländern, geführtenKriegen entstanden, begünstigten ebenfalls die Befchdungen.Die Burgen oder Schlösser, woyiit so viele Berge bcssztwaren, wurden, wie schon gesagt, fast lauter Raubschlös-ssr. Fürsten selbst singen um mehrerer Sicherheit willenan, in Schlössern und kleinen Festungen, die sogar mittenin den Städten angelegt wurden, ihre Wohnungen aufzu-schlagen. — In der Mass, als das Ansehen der Kaiserzu dieser Zeit in Deutschland fiel, erweiterten die deutschenReichSfürsten ihre Macht. Sie gelangten jezt im iztenJahrhundert, größteuthcils zum Vesiz der völligen Landes-hoheit, das heißt, zum Genuß aller derjenigen Rechte undVorzüge, die mit der freyen Regierung und Nuzung einesLandes verknüpft, jedoch nicht ohne alle Gränzen, sonderndurch göttliche und menschliche Gessze bestimmt sind. Indieser so sehr anwachsenden Macht der deutschen Reichsfür-sicn, mit deren Wohlstände nun auch die Glükssligkcit ihrerUnterthanen genau verbunden war, lag eigentlich das kräf-