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Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
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che m jenem geftzloseu Zustande solche Ausschweifungen derFeindseligkeit übten, sich blos durch ihre Faust, oder durchgewaltsame Handlungen, mit Verachtung der Geseze unddes Landeöfürstcn, selbst die Genugthuung bewirkten, wel-che sie zu fordern berechtigt zu seyn glaubten. -)

Der Kaiser Leitrad II. dampfte zwar verschicdne Unru-hen in Deutschland glücklich, und schrankte die Befehdungenein, aber der Trieb zu diesen landcsvcrderblichen und gescz-loscn Mitteln, sich Recht zu verschaffen, brach nochmals,wahrend der innerlichen Kriege, welche die Kaiserliche undPäbstlichc Partey miteinander führte, vou neuem und un-aufhaltsam wieder aus. Unter dem Vorwande einer noth-wendigen Schuzwehre, legten die Edelleute fast auf alle»Nerzen und Hügeln, die ihnen zugehörren, Schlösser oderNnrgcn an, von wo aus der Adel, das heißt, die freyenEigenthümer von Ländereyen und die Lehcnsbesizer, das an-gemaßte Recht die Waffen zu führen, zu überfallen und

*) Nicht allein Rcichö-Stände, sondern auch Particuliers be».fehdctcn sich. Mau führt verschicdne merkwürdige Beyspieledavon an. Unter andern diese: daß die Baker des Pfalzgra-fcn bey Rhein, einigen Städten einen Fehdcbrief znschikten undden Krieg ankündigten; und daß der Koch vom Grafen vonEolms, von seinem Küchenjungen untcrstüzt, seinen Herrnam Tage St Andrcä >477. zur Fehde ausgcfordert. Mankann leicht denken, baß ein Land, daS in einem solchen Chaoslag, der Schauplaz von den fürchterlichsten Auftritten seynwußte, und auch wirklich sah und horte man nichts als vonMorden, Räuden, Brennen und andern Gewaltthätigkei-ten. Der Adel rühmte sich noch aller dieser Ausschweifunggen; er nahm großtenthcils den Wahlspruch an:

llkanben ist keine Schande,

Das sind die besten Leute in einem Lande.