7
— »7Y —
sagt», daß ein Mord das Mittel sey, eine gekränkte Ehrewieder herzustellen?
Ist es rühmlich für die Ehre des Kacchiis oder nm sonsteiner ähnlichen Ursache willen, für einige Worte, die mehrder Wein als der Zorn ausstieß, zu fechten? Ist derSchimpf getilgt, wenn wir noch einmal beleidiget haben?i und wird da die Ehre wieder hergestellt, wo »nser Feindf und unser Gewissen zugleich die tiefste Wunde empfangen?i Daß ich für jede Kränkung, die mir begegnet, so viel ich; kann, eine Genugthuung, und für alle, die mir noch bcgeg»s »en können, mich zu schüren suche, dieß ist Gescz meinerl Natur, das Gott sclbsien in dieselbe gelegt hat. Aber ist diet Rache, so wie sie vorhin beschrieben worden, das Mittel,i mir diese wirklich szu verschaffen? Wenn ich meinem Feinder nun eben die Kränkung an seinem Leibe, an seiner Ehrek verursache, die er mir durch seine Beleidigungen zugezogen,i ist dieß Ersatz für meinen Verlust? Ist die Narbe alleinc schon eine Rechtfertigung? Bloss Rache ist nie Nechtfcrti-? gung, nie Genugthuung, nie Sicherheit. Mein Feind hatI durch seine feindseligen Urlheile oder auf andere Art meine^ Ehre zu kränken gesucht; wird aber die Welt mich nun deß«? wegen schon für unschuldig halten, weil ich Muth genugs habe, mich an ibm dafür zu rächen? Kann bey aller Rache! nicht dennoch ein Verdacht gegen mich bleiben? Kann ein! Duell an und für sich einen untrüglichen Beweis von derl Rcchtschaffenbeit und Tugend desjenigen geben, der dasselbei eingegangen hat? Die Erfahrung ist dagegen- Worin be-i siehet also nun der Gewinn von meiner Rache? In dem blo«r scn Vergnügen, denjenigen, der mich gekränkct, wieder ge-k kränkt und betrübt zu sehen? dies ist aber nichts als Scha-
k dcnfteude, die doch von r'lem menschlichen Gefühl mit Recht! verabscheuet wird.