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solcher wirklich alsdann wahre Ehre, wenn er einen sol-chen vermeinten Fielen bey Gelegenheit gehörig durch Duelleabgcwaschen hat, so müßte man sie häufig bey den verwor-fensten , und anerkannt nichtswürdigstcn Kerln und Renom-misten in ihrer größten Reinheit suchen, und nirgends wäresie vollkommener als in den Händen der Studenten, die sichgewiß ungeschlagen, kein schief Maul machen lassen. Aber,im Ernst, wie keimte dieses wohl die wahre Ehre seyn,was ein jeder niedrige übelgesinnte Bube bcflcken kann, ohneSchuld oder Anthun des Besizcrö, und was nur durch un-moralische Handlung wieder zu reinigen sieht. Meine ei-genen Handlungen sind Richter meiner Ehre; die kön-nen mich verächtlich machen. Wenn ich dein Laster folge,und die liebenswürdige Tugend fliehe, werde ich klein, nichtaber durch die Beleidigung eines niedrige» Menschen, dendie Gesellschaft schon als ein Unthicr betrachtet. Das Duellstreitet wider das Gcsezbuch, welches wir nicht von Men-schen empfangen haben wollen. Der Fluch Ealns ist schrck-lich und die Erfahrung, die wir davon haben, bestätigetseine Wahrheit- ES streitet wider die Vernunft und die Na-tur : Beyde erlauben die Vertheidigung, aber keine Rache»Das Duell streitet wider die wahre Ehre und wider allebürgerliche Gcscze. DaS allgemeine Gesez Gottes und derNatur ist da: Du sollt nicht todten. Die eigene Racheist verboten, die Obrigkeit ist eingesezt, und diese, nicht daSeinzelne Glied der Gesellschaft, soll daS rächerlstbe Schwertzur Strafe des muthwilligcn Beleidigers gebrauchen. Diesewenigen Gründe geben allen gegenseitigen Meynungen ei-nen heftigen Stoß. Duelle sind von allen Machten, beson-ders seit ungefähr zwcyhundcrt Jahren auf das strengste ver-boten. Sie müssen auch bestraft werden, weil sie das Bandder Gesellschaft zerreißen, die Menschenliebe aufheben, unddie Geseze verachten. Ein Duellant muß gestraft werden.