Druckschrift 
Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
Entstehung
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

2ll

Soll aber das Vertrauen auf Gott heldenmüthig werden,so muß eS wohl geordnet seyn. Man muß nicht mehr vonGott erwarten, als er versprochen hat, und dieses nur un-ter der von Ihm gesiezten Bedingung erwarten. Plwarcherzählt in dem Leben des Aemilius Paulus:daß dermakedonische König pcricus sich vor der Schlacht bey Pyd»na voller Furcht in dir Stadt begeben habe, unter demVorwande, dem Hercules zu opfern. Aber, merkt er da-bey an, dieser Gott nimmt furchtsame Opfer von furcht-samen Menschen nicht gnädig an, und erhorr nicht un-billige Gebete. Und unbillig ist es, daß der treffensoll, der nicht wirst, und der siegen soll, der nicht in derSchlacht zugegen bleibt, und daß überhaupt der feigeMann seinen Wunsch erreichen, und der Böse glüklichseyn soll. Aber des Aemilius Geber erhörre dieser Gott,denn er betete mit der Lan^c in der Hand, um Starke undSieg, und rüste fechtend den Gott zum Helfer."

Man muß in Ausübung jeder Pflicht so geschäftig seyn,als müßte alles blos von uns, und nichts von Gorr ge-schehen. Man muß aber auch Gott so fest vertrauen, alsthäte Gott alles, und wir nichts. Man muß jedes erlaubteMittel, sein Unglük zu hindern und sein Glük zu beför-dern, sorgfältig gebrauchen. Den» diese Mittel kommen auchvon Gott. Man muß sich endlich auf dem Wege seinerPflicht keine Gefahr, keine anscheinende Unwahrscheinlich-keit oder Unmöglichkeit, keinen noch so langen Verzug derHülse schroten lassen, sondern auch da, wo man nichtsals Finsterniß und Abgründe vor sich sicher, dennoch festversichert bleiben, daß Er alles wohl mir uns machenwerde.

An den Fahnen und Standarten des unvergeßlichenKönigs Gustav Adolph, stund mit goldneu Buchstaben t

O r