springen, als vor ihnen keiner, oder nur wenige thaten;wer wollte denn ein so wenig cdclmüthigcr Beurtheilet- seyn,daß er das Auge von ihren erhabenen Thaten herab nurauf ihre kleinen Schwachheiten seichte, nur hörte, was dieSoldaten hinter dem Cäsar, bey seinem Einzüge in kxomsingen, oder was für Anekdoten der leichtsinnige Franzoseiri seinen Mcmoircö auskramt? „Marlbcwough war ei»so großer Mann, daß ich seine Fehler vergessen habe," warBolingbrckc's Antwort, als man ihn fragte, ob die widerihn angebrachten Beschuldigungen wahr waren. Man weiß,und wer es weiß, wird nicht vergessen, wie frevmüthlgund mit welchem guten Erfolg vor etlich und zwanzig Jah-ren , einer der größten jungen Prinzen und Deutschland zuVersailles für den Herzog von Broglis redete, den er imFelde gegen sich gehabt hatte. So urtheilen heroische Seele»;man vergißt nicht sie zu loben, zu bewundern; aber auchimmer ihnen nachzuahmen.
Laßt uns nun in möglichster Kürze die Hanptzügc vonden heroischen und erhabenen Tugenden angeben.
Wir denken uns unter dem Helden einen Mann vonder ersten Classe der Menschen, in welchem sich alle großenEigenschaften, die in tausend andern nur zerstreut angetrof-fen werden, vereinigen; das heroische muß also das untersich begreiffcn, was diesem eigen ist, wodurch er sich vonandern unterscheidet. Eben so nennen wir das Erhaben,welches über etwaö ist, womit es in einer- Vergleichungbetrachtet wird. Daher verknüpfen wir mit dem Heroischenund Erhabenen einerley Ideen. Wir nennen das Erhaben,wo wir die lezten Stufen für die Menschheit erblikcn, wo siesich gleichsam aus ihrer angewiesenen Sphäre in eine hö-here , die ihr nicht eigen zu seyn scheint, hinaushebt, nw