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Jahrhunderte verzeihen muß, nicht einmal gerechnet, soerscheinen doch auch in aufgeklärten Zeiten die heroischenTugenden sehr oft vermischt mit großen Fehlern. Der Car-dinal von -xctz, und — Ja wohl! haltet nur ein! Werwird es lauanen? Allein, mo hat die menschliche Natureine rühmliche Eigenschaft, die nicht zuweilen durch einebeständige Fortschrcitung sich biS an die Gränze der Uuvoll-kemmcuheit verlieren sollte? Wenn heroische Seelen ihreFehler haben, so entspringen sie gemeiniglich aus einem zugroßen Vertrauen aus ihre -Kräfte, aus der Uebertreibungihrer Tugenden, oder auS dem Ucbcrgcwicht, das zuwei-len wohl die Leidenschaften über die Vernunft erhalten: undwenn ihnen selbst in der Laufbahn der erhabensten Tha-ten ihre Schwachheiten zur Seite gehen, so bedenkt, daßsieden Zoll abtragen, den sie der Menschheit so lange schul-dig sind, als sie ihr unterworfen bleiben.
Durch ihre Fehler sindbie erhabensten Menschen mir denübrigen verbunden; wäre ihr: Tugend ganz vollkommen,so wurde sie berauben, und nichts als eine kurze Bewun-derung hervorbringen. Der Schnuplaz, auf welchem dieseFehler begangen werde::, macht sie freylich in ihren Folgengroß: aber noch großer macht sie oft die Verwunderung,da man sie nicht vermuthete, und daS Geschrey des gemei-ne» Hausens, der gern nach einen: fallenden Riesen hinzu-lauft. Nicht bitten sie um Nachsicht, sie fordern sie, weildergleichen Fehler gemeiniglich bey verwikcltcn Unterneh-nnmgen sich ereignen, und weil sie so sehr durch große Tu-genden vergütet werden. Und wenn heroische Seelen in ih-rer öffentlichen Bahn nicht fallen, wenn sie da alles leisten,waS sie nach der Beschaffenheit ihrer Zeit, und ihrer Si-tuation, und nach der Erlaubniß der Natur leisten können,wenn sie so weit über die gewöhnlichen Schranken hinaus-