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Ueber das alte Ritterwesen, das falsche Point d'honneur, die wahre Herzhaftigkeit in Rüksicht [Rücksicht] auf die Duelle und die Nothwendigkeit einer guten Erziehung : Mit einigen kriegswiss. Bemerkungen ...
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Muth, Hcrzhaftigkeit und Tapferkeit ist eigentlich das,pas den Soldaten zum Helden bildet und zu großen Un-ternehmungen gcschikt macht. Sie sezt nicht allein Uner-schrokcnhcit voraus, sondern verbindet sich noch mit einemwarmen Mure. Man muß aber hier die Abwege auch be-trachten, die man zu vermeiden hat.

Unerschrokenheit muß von der phlegmatischen Fühl-l-sigkeit: Gtandhaftigkcir vom Eigensinn: undTapferkeit von der Tollkühnheit unterschieden werden.

Die Kühnheit ist eine sehr zwcydeutige Tugend. Sie ist,wie schon gesagt, zum öftern nichts als Betäubung und Un-sinn ; ist sie aber ächt und auf Herzhafrigkeit gegründet, soist sie vorzüglich für die Neuterey, besonders die leichte, un-vergleichlich. Bey einem Officicr aber, der einen Ort oderPosien vertheidigen soll, würde ich sie doch weniger wüir-schcn; denn sie macht den Geist übereilend und zur Ueber-legnng unfähig. Wer blos aus Wuth und Verzweiflung,oder auch ohne Kopf und mir blinder Hize streitet, ist also,wenn man es genau nehmen will, nicht mit Recht ein tapfererMann zu nennen. Als gemeiner und höchstens als niedererLfncicr, wird er sehr gut, als höherer Befehlshaber mit-telmäßig, wy nicht gar unfähig seyn. Wenn dieses eineAusnahme leidet, so ist es gewiß bey der Reutcrcy. Al-lein, man wird doch den Anführer lieber tapfer als bloskühn haben wollen.

Die Tapferkeit ist nicht unter allen Tugenden die größ-te. Sie waget aber am allermeisten und in ihrer Ausü-bung sind mehr Schwierigkeiten zu übersteigen, als bey ir-gend einer andern Tugend. Der Tapfere kennet keine Ge-fahr, und die Furcht des Todes ist ihm ein Gespenst. Dar-t>m sollte ein Tapferer vor allen andern Tugendhaften auch