che mit leichtern Waffen ein Uebel unterhalten, das desiostrafbarer ist, weil es meistenrheils aus minder ediern An-trieben herrührt, und weder zu allgemeinem Nuzen dienen,noch allemal einen unzweideutigen Beweis von Herzhasiig-kcit abgeben kann.
Ich will keine Vcrgleichnng der Vorzeit mit der unsri-gcn anstellen; ich enthalte mich, den kriegerischen Muth,die Biederkeit und die Empfindungen der Ehre und Wahr-heit der Alten, gegen diejenigen unseres Zeitalters abzuwä-gen, um zu sehen, durch was jener Seelcn-Adel, jenekluge Würdigung sei» Selbst, und die verabredete Achtung >alles dessen, was groß war und billig, m jenen gewebt, igenährt und gestärkt worden; in wie fern und in welchem iMaaS eS noch heut zu Tag geschehe. Ich überlasse diese !Gegencinandcrstcltung sein forschenden Blir und der eigene» sBeurtheilung des Lesers, der aus dem Gesagten gar leicht iund von selbst das Resultat wird ziehen kennen; aber ich iverehre den Schweiß, durch welchen der Stammvater ei-nes stiftsmaßigcn LehensolgerS die Rechte zu erwerben lehr-te, die heut zu Tag von vielen durch Weichlichkeit und Uii-mannlichkeit vcrunehrt werden.
Nur einige wenige Bemerkungen wolle man mir erlau-ben.
Der Leser wird frenkich in jenen Zeiten der Nicht-Cnl-tnr, wo die Fakel der Philosophie und der gereinigte» Mo-ral, in Meynungen, Sitten und Eebrauclwu, noch kein all?gemeines Licht verbreitete, aus manche Barbaric stoßen;er wird hin und wieder die Ehre, bald in einem seltsamenGewände, bald aus Begriffe und Vorstellungen gestüzr er-bliken, die von den mistigen abweichen. Er wird das Gebstsse der Religion vcrsümlichet, und anstatt wahren Ehre-