ioo —
Au wünschen ist es freylich recht sehr, daß w-r bey un-serer Aufklärung auch in Absicht aus pratüschc Moral im-mer besser werden ! Dann aber noch eins,— Scheintnicht die Natur dcS Menschen sich in einem späten gleich-förmigen Kreisläufe zu drehen? Thorheiten verschwindenund kommen wieder. Ost isis nur neuer Firniß, den ihnen iZeit und Umstände auflegen. i
Man lache über jene Thorheiten! DaS ist zu verzei-hen; aber zu beweinen wäre die schwindsüchtige Seele, der fenge Trödelköpf, dessen MtagSwiz über die heroischen Bey- ^spiele von Männlichkeit, über die Beweise der Hcrzhaftig- skeil und deS markigtcn Geistes, die über den: Grabe der sVergangenheit wie Kolossen stehen, ohne allen Sinn undohne alles Herz lachen konnte. Jene Kraft ist freylich nim- i
mer — jene Tugenden deS Bidersinns und der männlichen !
Standhaftigkeir sind meistens verdrängt, und es scheint, mit j
all unserer Geschliffenheit und Melgewandtheit seyen wir mit s
unser eigentliches Gepräge, und um die Wahrheit unsers i
Charakters gekommen. Mir ist nichts angenehmer, als- !
sey cS auch durch einen Nimbus der Illusion, welche Entt !
fernung um jene Amen wirst, mich in sie zurük zu ziehe», !
mich zu weiden an den Bildern ihrer Grdßc: und lächelnmuß ich dann nun, wann ich sehe, wie mancher Ururenkcl ei- j
neS alten Ritters, da er selbst keine große Thaten mehr ^
verrichten kann, doch mit seinen Ahnen prahlt, ihre Por- »
traite um sich herum versammelt, und stolz in dieser Gal- i
lcrie auf und nieder spaziert. — So liebten die Romcr,nach der traurigen Verheerung der Vandalcn, da sie selbstnichts Großes mehr hervorbringe» konnten, doch noch mi>hciserm Enthusiasmus — die Statuen ihrer Vater.
Ich muß es wiederhole» : Mit einer Mischung von Er- i
staunen und El.; furcht stehen wir vor den Ruinen cincö al- >