Wir finden aber auch in jenen rauher« Zeiten, Gemäl-de edlerer Ritter, die unsrer Aufmerksamkeit würdiger sind.Richt alles Ungeschliffene ist darum gcringschazig; es ist oftnur um so gewichtvoller, um so gediegener an Werth; dierauhe äußere Schale thut nichts zur Sache. Also nichtdarum, weil sie jenes schlanke, geschmeidige Wesen, jeneGefügigkeit in Sitte und Art nimmer hatten, wie die Pala-dine, die Damenhelden, die Lguits8 rixorü des iZten Jahr-hund-rts, sind die Ritter im igtcn und rzten JahrhunUrtnachzusezcn. Aber darin, daß bey so vielen die Früchte je-ner Artigkeit mitvcrwelkten, daß an die Stelle der Edclnm-thigkeit und der strengen Sittlichkeit, Frechheit und Ungc-bundenheit bev so manchen eintreten; darin stehen die spä-tern Jahrhunderte, den frühern nach»
Abstechend ist freylich der Charakter der Ritter aus dein 'spätern Alter nach seiner ganzen Haltung genommen vomCharakter cincF Ritters aus den frühern Zeiten ! Wegge-worfen war alles jenes Süße, jenes Empfindsame, daS ver-schmelzt mit dem Derbfestcn unter den Rittern älterer Zeit,so außerordentlich konrrastirt. Aber Männlichkeit, Gerad-heit in Red und That, biedere Frömmigkeit, zeichnetedoch viele aus.
In den unruhvollesten Zeiten warfen sie sich zu Bcschü-
zcrn des Rechts, der Treue und der Wahrheit auf, undtrugen die stärksten redlichsten Seelen unter einem so rau-hen Körper. Eine alte Lebensbeschreibung vvm LandgrafFriedrich von Meisten liefert die herrlichsten Züge solcherGeistes - und Leibcsstärkc. Ein Laspar Lhorringer, an
dem
») Ss ist wichtig, das; Fromm in der Sprache der mittler»Zeit gleichbedeutend war mit tapfer, redlich.