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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
26
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2 <; Erstes Hauptstück. Von der Bedeutung nnd Größe des Glaubens.

Nacht des Jrrthums und der Unwissenheit in unfern wichtig-sten Angelegenheiten, und laßt uns die herrlichen Vollkommen-heiten Gottes, unsere hohe, ewige Bestimmung und die sichernWege und Mittel, sie zu erreichen, deutlich erkennen. Derkatholische Glaube ist ferner eine von Gott uns ein-gegossene Tugend, eine Gabe Gottes, eine Wirk-ung der göttlichen Gnade;denn aus Gnade seidihr selig geworden," schreibt der heilige Paulus (Eph. 2, 8.),durch den Glauben, nnd das nicht aus euch; denn es istGottes Gabe." Nicht durch eigenes Wollen nnd Bemühen,sondern nur durch die Erbarmung Gottes konnten wir denGlauben erlangen. Niemand verdient dieses Gut, weil wiralle in der Erbsünde als Feinde Gottes geboren worden sindund Gott leider auch durch wirkliche Sünden oft genug be-leidigen. Der Glaube ist nur reine Gnade, ein unverdientesGeschenk der göttlichen Erbarmung. Wie glücklich sollen wiruns daher schätzen! Wie dankbar sollen wir Gott für dieses kost-bare Geschenk des wahren Glaubens sein! Denn kein Reich-thum, kein Schatz, kein Gut dieser Erde ist größer, als derkatholische Glaube," sagt mit Recht der heilige Augustinus.

Beispiel und Anwendung. Millionen treten in dieseWelt ein und verlassen sie wieder ohne das Glück, Christen zusein; Millionen gehen zu Grunde, da ihnen die Gnade nichtzu Theil ward, in der christlichen Religion geboren und er-zogen zu werden. Und dich hat der Herr zu solch hoherWürde erhoben, hat dich zu seinem Kinde und zum Erbendes Himmels gemacht! Sage mir, wodurch hast du wohl eineso hohe Gnade verdient? Gar oft pflegte der heiligeAugustin diese ernste Frage an sich zu stellen und nichtselten im Gefühle des innigsten Dankes gegen Gottes Güteauszurufen:Fürwahr! eine große, ja unschätzbare Gnade istes, daß mich Gott zu einer Zeit und unter Menschen geborenwerden ließ, durch die ich zur beseligenden Lehre des Christen-thums gelangte. Ich sehe, daß Tausenden und abermals Tau-senden diese Gnade nicht widerfährt." Als eben dieserHeilige ein andersmal im 30. Psalm die Worte las:In deinenHänden, o Herr! liegt mein Schicksal," so rief er im Geisteder Demuth aus:Ich finde kein Verdienst in mir, wodurchich würdig geworden wäre, daß du mich, o Gott! dem all-gemeinen Verderben des menschlichen Geschlechtes entrissest undmich zum ewigen Heile beriefest, auf daß ich gelangte zumFriedensgewande des Herrn." > Wenn ein so großerHeiliger und Diener Gottes kein Verdienst in sich aufzusindenim Stande war, das ihn der Gnade und des Glückes einesChristen würdig machte, um wieviel weniger werden wir esim Stande sein?!

Fr. Was folgt daraus, wenn der katholische Glaubeein so kostbares Gut ist?

Anlw. Es folgt hieraus, daß wir Gott vom Herzendafür danken, unfern Glauben treu bewahren und dar-

nach leben, ihn nach Möglichkeit zu verbreiten und zu ver-theidigen suchen sollen.

Belehrung. Aus der Fülle nnsers Herzens sollen wiruns freuen und Gott dafür danken, daß wir Kinder der katho-lischen Kirche sind; zugleich sollen wir eifrig nach unserm Glaubenleben; denn sonst würde uns unser Glaube Nichts helfen; in dank-barer christlicher Liebe sollen wir ferner fiir Diejenigen beten, dienoch in den Finsternissen des Un- und Irrglaubens schmachten,und zur Verbreitung des wahren Glaubens nach Kräften bei-tragen. Endlich sollen wir unfern Glauben standhaft bekennenund ihn mit Eifer und Klugheit zu vertheidigen suchen.

Beispiel und Anwendung. Der gottesfürchtige KönigAlphons der Weise von Kastilien weinte oft vor Freuden,wenn er das hohe Glück betrachtete, das ihm Gott durch dieBerufung zum wahren Glauben zu Theil werden ließ.Un-aufhörlich danke ich meinem Gott," pflegte er zu sagen,nichtdafür, daß ich ein König, sondern dafür, daß ich ein Katholikbin." Ahme dieses schöne Beispiel nach, o Christ! und legedich nie zur Ruhe, ohne Gott dein Herrn für die Gnade desGlaubens zu danken! Stehe aber auch stets für deinen Glau-ben ein; bekenne und vcrtheidige ihn nach deinen Kräften!Mache es, wie der heilige Bischof Erhard, dessen Fest heutein der Kirche gefeiert wird.

Legende: St. Erhard, Bischof von Regens-burg (im 8. Jahrhundert).

Der heilige Erhard war ein Schotte von edler Abkunftund verwendete sein ganzes Leben auf die Ausbreitung nndVertheidigung des heiligen katholischen Glaubens. Schonals Knabe vereinigte er Frömmigkeit mit Wissenschaft. Dievielfachen Gefahren und Versuchungen, denen er ansgesetztwar, überwand er durch Gebet und Betrachtung, durch