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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
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Vorrede.

bereits habe ich zwei katcchctische Werke:Beispiele zur gesa minien christkatholischenLehre" undKa technisches Handbuch" der Oefsentlichkeit übergeben, die unter Gottes Gnadeund Segen eine sehr freundliche Aufnahme und weite Verbreitung gefunden haben. Zwar war es ur-sprünglich meine Absicht, in den bezeichnten Werken auch zugleich dem christlichen Volke einLesebuch an die Hand zu geben; allein da ich hiebei doch vorzugsweise die Bedürfnisse der Predigerund Katecheten im Auge haben mußte, so wurden diese Werke theils zu umfangsreich, theils zu kost-spielig, als daß sie unter dem christlichen Volke eine weite Verbreitung finden konnten. Seit geraumerZeit beschäftigte mich daher der Gedanke, ein Hans-und Familienbuch für den Bürger und Landmannzu bearbeiten, das die gesammte christliche Lehre in Verbindung mit der Legende, dargestelltin einfacher Sprache und in anziehenden Bildern, behandeln sollte, und in welchem vorzugsweise denBedürfnissen des christlichen Volkes Rechnung getragen würde. Es gedieh dieser Entschluß in mir umso mehr zur Reife, als mir ein derartiges Werk nicht bekannt ist, welches die ganze christliche Lehremit der Legende verbindet und zwar in der hier ausgeführten Weise. Somit übergebe ichdas dritte katechetische Werk der Oefsentlichkeit und weihe dasselbe in Liebe dem christlichen Volke;hoffe aber, daß es auch der Katechet und Religionslehrer nicht ohne Nutzen gebrauchen wird.

Dießmal habe ich mich weder ausschließlich an Kanisius', noch an Deharbe's Katechismusgehalten, obschon ich bei den einzelnen Fragen und Antworten mich öfter ihrer Worte bediente; vielmehrhabe ich mir eine eigene Eintheilung gebildet, in welcher vor Allem Gott dem Herrn die Ehre gegebenwerden soll. Nach dieser Eintheilung nun zerfällt die ganze katholische Lehre in vier Hauptstücke;das erste beantwortet die Frage: Wie hat Gott zu uns geredet? (Offenbarung und Glaube.);das zweite behandelt die Frage: Wie sollen wir zu Gott reden? (Gebet.)das dritte Was hat Gott zu unserer Heiligung und Beseligung

gethan, undwas thut er noch immer? (Gnade, Gnadenmittel.);das vierte Was müssen wir thun? (Beobachtung der Gebote.)

Ob diese Eintheilung vor der Kanist'schen und Deharbe'schen einen Vorzug verdiene, weiß ichnicht; aber daß sie natürlich und sehr leicht zu merken sei, dürfte wohl auf den ersten Blick einleuchten.Gerne gestehe ich auch ein, daß ich bei dieser Arbeit gar viele von den beßten und besseren katechetlschenund homiletischen Werken, aus früherer und neuerer Zeit benützt habe, und wenn ich dieselben nicht, wiein meinen früheren Werken, gewissenhaft citire, so geschieht dieß einzig und allein nur deßhalb, weil ichglaube, daß dergleichen Citationen in einem Volksbuche ebenso störend, als nutzlos seien. Ich hoffe,daß mir die Herren Verfasser der betreffenden Werke diese Freiheit gerne verzeihen werden, um somehr, als ich bei Benützung fremden Eigenthums immer mit der gehörigen Schonung zu Werke ge-gangen bin, während ich die Erfahrung machen konnte und mußte, daß aus meinen Werken oft ganzeAuszüge abgedruckt wurde«, ohne daß von denselben auch nur Erwähnung geschah. Ich danke Gott,wenn hiedurch nur genützt wird. Noch bemerke ich, daß insbesonders meine beiden katechetischen Werkedie Grundlage zu dem vorliegenden Haus- und Familienbuch bildeten. Alles aber, was ich hierund sonst geschrieben habe, unterwerfe ich unbedingt und ohne Vorbehalt dem Urtheile der heiligen undunfehlbaren katholischen Kirche, und freue mich vom ganzen Herzen, wenn ich dadurch zur Verherrlichungderselben und zum Heile der Gläubigen auch nur etwas Weniges beigetragen habe.

Regens bürg am Feste des heiligen Thomas von Aquin 1857.

Ludwig AtelM.