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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
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Drittes Hauptstück.

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Was galt M unserer Heiligung und wseliguug gelhan Hai, und was er noch

immer ihui,

oder

die Lehre von der Gnade und den Gnadcnuntteln.

Hmldertvierundvierzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 24. Mai.

Von der Gnade überhaupt.

Fr. Welche zwei wichtigen Fragen wurden im er-sten und zweiten Hauptstiick unsers christkatholischen Haus-imd Familienbuches beantwortet?

Antw. Die zwei wichtigen Fragen:Wie Gottzu uns geredet hat," undWie wir zu Gottreden sollen."

Fr. Welche Frage wird nun im dritten Hauptstiickbeantwortet?

Antw. Die Frage:Was Gott zu unsererHeiligung und Beseligung gethan hat, undwas er noch immer thut."

Fr. Was hat Gott zu unserer Heiligung und Be-seligung gethan, und was thut er noch immer?

Antw. Gott hat die heiligen Sakramente eingesetzt,um durch dieselben alle Jene zu heiligen und zu beseli-gen, die sie würdig empfangen; und noch immer heiligtund beseligt er uns durch diese heiligen Sakramente so-wohl, als auch insbesonders durch seine göttliche Gnade.(Sieh das große Bild!)

Fr. Wovon handelt also das dritte Hauptstiick?

Antw. Es handelt von der Gnade und von denGnaden Mitteln (oder von den heiligen Sakramenten).

Belehrung. Die Lehre von der Gnade und den Gna-denmitteln ist für uns außerordentlich wichtig und trostreich.Die Gnade ist ja das Band, das un§ an das Herz des

liebevollen Gottes knüpft; die Gnade ist ja das Leben un-serer Seele; denn ohne sie stirbt sie den Tod, den ewigenTod. Die Gnade gibt der Seele jene Heiligkeit, ich möchtesagen, jene Form und Gestalt, in der wir als reine Eben-bilver Gottes vor Gott erscheinen dürfen; sie gibt unfernWerken erst Verdienst, dem Willen jene heilige Kraft derVollendung, die er, auf sich selbst beschränkt, nie erlangenkann; denn schwach sind wir aus eigener Kraft, aber starkwerden wir in Christus Jesus durch die göttliche Gnade.

Beispiel und Anwendung. Achilles war, wie dieGriechen aus grauer Vorzeit erzählen, der tapferste Held beider Belagerung von Troja; aber seine Stärke ging nicht ausder eigenen Kraft hervor, sondern aus seinen überirdischenWaffen, die ein erfindungsreicher Gott ihm geschmiedet hatte.Diese Waffen beschwerten ihn nicht, sondern sie hoben ihnwie auf Flügeln empor; deßwegen war sein Laus so schnell,deßwegen war seine Stärke so gewaltig und eisern. MeinChrist! In dieser uralten Fabel liegt eine ewig junge , einehimmlische Wahrheit verborgen. Alles, was wir mit dermenschlichen Kraft vollbringen, das ist mit drückender Müheverbunden, das ist stets unbehilflich und jammervoll; aberaus den überirdischen Waffen der göttlichen Gnade, die Je-sus Christus uns verdient hat, fließt eine unüberwindlicheStärke, die mit dem geringsten Aufwande von Arbeit dasGrößte vollbringt; die himmlischen Waffen der Gnade be-schweren uns nicht, sondern heben uns wie auf Flügeln em-por; diese himmlischen Waffen gleichen jenen sichern Pfeilender alten Helden, die gewiß treffen. Wenn wir also auchschwach sind aus eigener Kraft, so vermögen wir doch Allesdurch die Gnade Jesu Christi, des Gekreuzigten.

Fr. Was ist denn Gnade überhaupt?

Antw. Eine Gnade überhaupt ist eine Wohlthat,ein Geschenk, worauf wir keinen rechtlichen Anspruchhaben, eine Wohlthat, die uns erwiesen, eine Gabe, die