Viertes Hauptstück.
was wir za unserer Heiligung mW Aeseiiguug ihnn müssen,
oder
die Lehre von den Geboten.
Zweihundertdreimidvierzigstes Leststück.
Am Feierabende des 31. August.
Von der Beobachtung der Gebote.
Fr. Welche drei wichtigen Fragen wurden bisherin unserm christkatholischen Hans- und Familienbuchbeantwortet?
Antw. Die drei wichtigen Fragen: 1) „WieGott zu uns geredet hat," 2) „wie wir zu Gottreden sollen," 3) „was Gott zu unsrer Heilig-ung und Beseligung gethan hat, und was ernoch immer thut."
Fr. Welche Frage wird nun im vierten undletzten Hauptstück beantwortet?
Antw. Die Frage: „Was wir selbstzu unsrerHeiligung und Beseligung thun müssen."
Fr. Was müssen wir also selbst zu unsrer Heilig-ung und Beseligung thun?
Antw. Wir müssen 1) alles Das, was Gott zuuns geredet, was er uns geoffenbaret hat, und wasseine Kirche zu glauben vorstellt, mit kindlich gläubigemHerzen annehmen, 2) im Gebete oft mit ihm reden,3) die Sakramente fleißig und würdig empfangen, undendlich 4) die Gebote Gottes und seiner heiligen Kirchegewissenhaft beobachten.
Fr. Warum müssen wir die Gebote Gottes undder Kirche beobachten?
Antw. Weil dieß zur Erlangung der ewigenSeligkeit unumgänglich nothwendig ist.
Belehrung und Beispiel. Es genügt nicht, wennman glaubt, betet und die heiligen Sakramente empfängt,man muß auch nach dem Glauben leben, d. h. die Ge-bote Gottes und der Kirche, das ganze Gesetz beobachten;denn man ist nur dem Namen nach Christ, wenn man zwarglaubt, aber nicht nach dem Glauben lebt, d. h. Gottes Ge-setz erfüllt; ohne diese Erfüllung gibt es keine ewige Be-lohnung, die sa nur Denen verheißen ist, die Gottes Willenthun — den Worten Christi gemäß: „Nicht ein Jeder, derzu mir sagt: Herr! Herr! wird in daö Himmelreich cin-gehen, sondern wer den Willen meines Vaters thut, der imHimmel ist, der wird in das Himmelreich eingehen." (Matth.7, 21.) Als einst ein Jüngling zum göttlichen Heilandehintrat mit den Worten: „Guter Meister! was muß ich
Gutes thun, daß ich das ewige Leben erlange?" Da spracher zu ihm: „Was fragest du mich über das Gute? Einerist gut, nämlich Gott. Willst du aber zum Lebeneingehen, so halte die Gebote!" (Matth. 19, 16—17.)Du siehst also, mein christlicher Leser! wie nothwendig dieBeobachtung der Gebote ist zur Erlangung der ewigen Seligkeit.
Fr. Können wir aber änch die Gebote Gottes halten?
Antw. Ja, mit Hilfe der göttlichen Gnade, welcheGott Keinem versagt, der ihn darum bittet.
Belehrung. Gott hat allen Menschen seine Gnadeverheißen, die ihn darum bitten; es wird uns also dieGnade nicht fehlen, wenn wir Gott den Herrn darum an-flehen; mit der Gnade Gottes aber „sind seine Gebote nichtschwer," sagt der heilige Johannes (1. Joh. 5, 3.) und