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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
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Erstes Hauptstück.

wie Holl der Heer zu uns geredet hat,

oder

Offenbarung und Glaube.

Drittes Lesestück.

An: Feierabende des 3. Januar.

Von der göttlichen Offenbarung.

Fr. Hat Gott zu uns geredet?

Antw. Ja, Gott hat zu uns geredet; er hatsich uns geoffenbart, damit es uns möglich sei, ihn zuerkennen.

Belehrung. Ewiger Dank sei Gott dem Herrn! Erhat zu uns geredet; er hat sich uns in seiner unendli-chen Liebe geoffenbart, auf daß wir ihn erkennen inseiner Weisheit und Liebe, in seiner Allmacht und Güte, da-mit wir durch diese Erkenntniß angetrieben werden, ihn zulieben, ihm zu dienen und so unser Ziel zu erreichen. Ach,wie traurig würde es um uns stehen, wenn Gott nicht zuuns geredet, wenn er sich uns nicht so erbarmungsvoll ge-offenbart hätte! In welch schauerliche Nacht würde die Weltversunken sein! Wie dürftig und unsicher wäre nicht unsereKenntniß von Gott und seinem ewigen Wesen, von der rechtenArt, ihn zu verehren und von ihm Gnade und Verzeihungzu erlangen! Wer würde uns zuverläßige Kunde geben vonunserer ewigen Bestimmung und von dem, was unser harretjenseits des Grabes? Es würde uns ohne Offenbarung er-gehen, wie den Heiden, von denen schon der heilige Paulus(Nöm. 1, 1932.) schreibt:Sie vertauschten die Herr-lichkeit des unvergänglichen Gottes mit dem Bilde und derGestalt vergänglicher Menschen, der Vögel und vierfüssiger undkriechender Thiere. Gott hat sie in schändliche Laster dahin-gegeben. So wurden sie voll aller Ungerechtigkeit, Schalkheit,Hurerei, Geiz, Bosheit, voll Neid, Mordsucht, Zank u. s. w."

Beispiele und Anwendung. Wie sehr sich der mensch-liche Geist ohne göttliche Offenbarung verirrt, zeigt uns amKlarsten das Heidenthum. Wie tief sanken sie nicht in ihrenVerirrungen! Betrachten wir einmal die Hindostan! Diesebeten die abscheulichsten Thiere an, lassen sich sogar von ihnen

fressen, indem sie einen solchen Tod für den Weg zum Him-mel halten. Bei gewissen Festen muß Einer von ihnen sichden Götzen zum Opfer weihen. Nachdem sie ihn mit Schlä-gen zerfleischt haben, stoßen sie ihm Hacken in die Rippen,hängen ihn an einen Balken auf und drehen ihn lange unterFreudengeschrei um denselben herum. Die Wittwe muß sichmit dem Leichname ihres Mannes lebendig verbrennen lassen;dergleichen Opfer gibt es öfters in einem einzigen Jahre ansiebenhundert. Die feinsten, aufgeklärtesten und klügstenNationen der Welt waren die Chaldäer, Aeghpter, Phönicier,Griechen und Römer. Ihre Leistungen in der Sternkunde,in der Baukunst, in der Malerei, in der Dicht- und Rede-kunst verdienen unsere Bewunderung. Ihre weisen Staats-Verfassungen, ihre Gesetze, ihre Polizeiordnung, ja selbst ihreBürgertugenden, ihre Kriegskunst, ihre Arbeiten und Produktesetzen uns in Staunen. In diesen Stücken müssen wir zuihnen in die Schule gehen. Aber wir müssen nicht wenigerstaunen, wenn wir eben diese Völker in der Religion als dieunwissendsten und blindesten sehen. Oder wer soll nicht stau-nen, wenn wir auf den Altären dieser so vernünftigen VölkerSteine, Metalle, Holz, ja wohl gar vernunftlose Thiere, als:Katzen, Kühe, Ochsen, Krokodille, oder solche Menschen alsGottheiten erblicken, die sich durch die größten Schandthatcnausgezeichnet haben? Wer entsetzt sich nicht, wenn er weiß,daß die Tempel jener Völker vom Blute unschuldiger Kinderrauchten, und vom Geschrei jener unglücklichen Menschenwiederhallten, denen man zur Ehre der Steine oder Holzklötzedie Eingeweide aus dem Leibe riß? So wahr ist es also, daßeine übernatürliche, eine göttliche Offenbarung nothwendig ist,um das höchste Wesen gehörig kennen zu lernen, und daß dieVernunft in Erfindung der Künste, in Ausbildung der irdi-schen Wissenschaften zwar Alles, aber in der Erkenntniß Got-tes und des ihm gebührenden Dienstes fast Nichts vermag.Daher heißt es im Buche der Weisheit (9,1617.):Kaumfassen wir das, was auf Erden ist, und was uns vorden Augen liegt, finden wir mit Mühe; wer wird dann er-forschen, was im Himmel ist? Wer wird deinen Sinn er-rathen, wenn du ihm Ficht Weisheit gibst, und deinen hei-ligen Geist aus der Höhe sendest?" Und der heiligeAugustin sagt:Die Vernunft ist das Auge der Seele;aber gleich dem leiblichen Auge bedarf es, um zu sehen, desLichtes, und wie wird es vom Göttlichen Etwas erschauen,wenn es ihr an dem Lichte der göttlichen Offenbarung gebricht?"