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Am Feierabende des 31. Dezember.
Fr. Wie sollen wir Mahlzeit halten?
Antw. Wir sollen vor und nach dem Essen mitgefalteten Händen das Tischgebet verrichten und währenddesselben mäßig und eingezogen sein. (Sieh das nach-folgende Bild!)
Belehrung. Hiezu ermahnt schon Moses dasIsraelitische Volk mit den Worten: „Wenn du issest undsatt wirst, so hüte dich.wohl, den Herrn zu vergessen!"(5. Mos. 6, 12. 13.) und bei Sirach (32, 15. 17.)heißt es: „Wenn es Zeit ist, so stehe vom Tische auf ...und lobe für Alles den Herrn, der dich erschaffen und mitseinen Gütern reichlich gelabt hat!" — Auch der heiligeHieronymus fordert uns hiezu auf, indem er sagt:„Man darf nicht eher Speise zu sich nehmen, als bis mangebetet hat." — Ein Mensch, der ohne Gebet zu Tische
geht, und ohne Gebet wieder von demselben aufsteht, oderdabei übermäßig ißt und trinkt, gleicht unvernünftigenThieren, die Nichts von einem Gott und von einer Tugendwissen. (Ausführlicher wurde dieser Gegenstand schon obenS. 230 — 231 behandelt.)
Fr. Wie soll man sich bei Erholungen be-nehmen ?
Antw. Alan soll sie zur rechten Zeit und in denSchranken der Sittsamkeit genießen und sie zugleichdurch eine gute Meinung, durch das Andenken an Gottheiligen.
Belehrung. Der Christ darf allerdings auch eineehrbare Erholung genießen, nur muß es zur rechtenZeit geschehen und durch eine gutcMeinung und durchdas Andenken an Gott geheiligt werden, d. h. wirdürfen keine Stunden hiezu benützen, die der Arbeit oderdem Gebete gewidmet sein sollen, und wir dürfen uns nichtlänger ergötzen, als es zur Erholung des Geistes undKörpers dienlich ist; dann muß die Erholung mit Maßund Ziel genossen werden; denn „mit Unverstand geuoß'ucFreuden verwandeln sich in Schmerz und Leiden." Endlichsoll man sich erholen und ergötzen nur in guter Absicht.„Freuet euch allzeit im Herrn," ruft unS der Apostelzu (Phil. 4, 4—5.), „übermal sage ich, freuet euch! EureSittsamkeit werde allen Menschen kund! Der Herr ist nahe."
Beispiele und Anwendung. Wie der Wanders-mann sich bisweilen in der Herberge labet, um ncugcstärktund mit verdoppelten Schritten den Weg fortzusetzen, so be-darf auch der Mensch auf der Wanderung durch das Thaldes Lebens der Ruhe und der Erholung. Daher darf aller-dings auch der Christ zur rechten Zeit eine ehrbare Erholunggenießen. Nach diesem Grundsätze lebten von jeher allefrommen Diener Gottes, in dieser Weise gcnoßen sic ihreFreuden und Erholungen. So lesen wir vom heiligenPhilippus Nerius, daß er immer sehr fröhlich undheiter war, und eS gerne sah, wenn auch Andere heiter undfröhlich im Herrn waren. Daher sammelte er gerne jungeLeute um sich, und führte sie vor die Stadt, wo sie imFreien Spiele machten und Speise zu sich nahmen. Eswar dann seine Freude, wenn sic recht lustig wurden. AmEnde setzte er sich zu ihnen auf den Boden und ermuntertesie zu einem gottseligen Leben. Wenn die jungen Leute imHause spielten und dabei einen großen Lärm machten, undman sich darüber aufhielt, sagte Philippus: „Meinet-wegen können sie auf meinem Rücken Holz spal-ten, wenn sie nur nicht sündigen." — Wenn erEinen sah, der ein finsteres oder trauriges Gesicht machte,gab er ihm zuweilen einen leichten Backenstrcich und sagte:„Sei fröhlich!" — Stets versicherte er, die Fröhlichenseien leichter auf den Weg der Tugend zubringen, als die Traurigen. Ehrbare Erholungenzu genießen, ist also ganz recht, nur dürfen wir dabei nichtvergessen, daß wir Christen sind und uns also auch stetsals Christen benehmen müssen. Als der Sohn des altenKönigs Menedem einst in ein gemeines Haus zu einemFreudenfeste geladen wurde, und er deßwegen den Vater umErlaubniß bat: so blickte ihn dieser mit königlichem Ernste