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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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844
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844 Viertes Hauptstück. Von den Mitteln znr Vollkommenheit, und zwar von dem letzten derselben.

MM

bereiteten. Er starb hochbejahrt eines seligen Todes.Unter Gregor XIII. wurde sein Name in das römischeMarthrerbnch ausgenommen.

Gebet. Wir bitten dich, Herr himmlischer Vater!erleuchte und stärke uns, damit wir so treu im Glau-ben, so eifrig in der Selbstverläugnnng und so geduldigim Leiden befunden werden mögen, wie der heilige BischofAnhsius; durch Christum, unfern Herrn. Amen.

Dreihttudertfnnftmdsechzigstes Lesestütk.

Am Feierabende des 31. Dezember.

Bon den Mitteln zur Vollkommenheit, und zwar von dem letztenderselben.

Fr. Worin besieht endlich das fünfte Mittelzur christlichen Vollkommenheit?

Antw. Darin, daß wir all unsere Handlungenim Stande der Gnade und auf eine gottgefällige Weiseverrichten.

Belehrung. In dieser Beziehung ruft uns der hei-lige Paulus zu (1. Cor. 10, 31.):Ihr wöget essenoder trinken oder sonst etwas Anderes thun, so thut Alleszur Ehre Gottes." Also all unser Thun und Lassen, allunsere Arbeiten und Freuden, all unser Essen und Trinken,all unsre Vergnügungen und geselligen Beziehungen im Um-gänge mit Andern müssen Gottes Ehre, unser eignes undunsrer Mitmenschen Seelenheil zum Ziele haben, d. h. wirwüsten Alles thun im Stande der Gnade und aus eine

gottwohlgefällige Weise; dicß ist für uns Alle der einfachsteWeg zur Vollkommenheit. Daher wollen wir noch sehen,wie sich der Christ 1) bei seinen Arbeiten, 2) bei seinenMahlzeiten, 3) bei seinen Erholungen und 4) imUmgänge mit Andern zu benehmen hat.

Fr. Wie muß der Christ seine täglichen Ar-beiten verrichten?

Atttw. Emsig, geduldig und in der Absicht, Gottzu gefallen.

Belehrung. Wir werden unsere täglichen Arbeitenund Handlungen am Leichtesten auf eine gottwohlgcfälligeWeise verrichten, wenn wir uns verstellen, wie JesusChristus dieselben verrichtet hat, und uns befleißen, ihmans Liebe nachzuahmen, d. h. wenn wir emsig, geduldigund in der Absicht Gott zu gefallen arbeiten. Daher sollman am Anfang eine gute Meinung erwecken, und wenndie Arbeit lange dauert, sie einigemal erneuern. JedeHandlung, die größte, glänzendste That sowohl, wie daskleinste, verborgenste Unternehmen ist an und für sich nurein leeres Blatt; die Absicht warum, und die Weise, wiesie geschieht, schreiben erst den Inhalt darauf. Oft schonstand auf einem schmalen Blättchen größerer und bessererInhalt, als in manchem bändereichen Buch.

Beispiele und Anwendung. Wenn wir also infrommer Absicht, in guter Meinung, aus Liebe zu Gott,mit Emsigkeit und Geduld arbeiten, so werden all unsereHandlungen und Arbeiten dem Herrn Wohlgefallen. Daherhatte cs die heilige Magdalena von Pazzis sehr gerne,wenn eine mit der Arbeit beschäftigte Ordensschwester aufdie Frage: was sie thue, zur Antwort gab:Ich liebeJesum." Denn wer Alles aus Liebe zu Jesus thut, ver-arbeitet auf eine christliche, Gott wohlgefällige Weise. Wieleicht es aber sei, all unsere Arbeiten aus Liebe zu Gottund in Beziehung auf Gott zu verrichten, sehen wir ausfolgendem Beispiele. Mehrere barmherzige Schwestern kamen,abgehalten durch andere Pflichten, spät in das Waschhaus.Hier klagten sie, daß sie auch ihre Betrachtung noch nichtgemacht hätten. Darauf aber entgegnete ihre fromme Vor-steherin:Liebe Schwestern! Ihr könnet ja hier bei derArbeit auch beten. Denket daran, daß eure Seelen so weißsein sollten, wie dieser Seifenschaum, und so leicht wie der-selbe, um sich zu Gott zu erheben. Auch daran denket, daßihr eucrn Seelen die Reinheit und Sauberkeit dieses Linnensverschaffen könnet und sollet im Wasser der Busse!"O wie leicht könnten wir uns oft bei unfern Arbeiten mitähnlichen frommen Gedanken geschäftigen und das Gebet mitder Arbeit verbinden; wir dürften nur mit frommer Ge-sinnung ausrufcn:Herr! Alles dir zu Lieb!" oderAlleszur größeren Ehre Gottes!"