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Am Feierabende des 29. Dezember.
seiner Seele aufnimmt, (der die heiligen Sakramente häufigund würdig empfängt,) wird bald eine hohe Stufe der Voll-kommenheit erlangen." Wir sehen dieß an den erstenChristen, von denen es heißt: „Sie verharrten in derLehre der Apostel, in der Gemeinschaft des Brod-brechens und im Gebete." (Apostelgesch. 2, 42.)
Beispiel und Anwendung. Auch alle HeiligenGottes bedienten sich fleißig dieser' Mittel, um zur Voll-kommenheit und Heiligkeit zu gelangen. Besonders aberwar es der oftmalige und würdige Empfang der heiligenCommunion, wodurch gestärkt sie in der Tugend und Voll-kommenheit bewunderungswürdige Fortschritte machten. Wirsehen dieß z. B. im Leben der heiligen Angela Merici,Stifterin des Nonnenordens der Ursulinerinen. (Sieh dasnebenstehende Bild!) Diese hatte von dem Tage ihrer erstenheiligen Communion an allezeit die tiefste Ehrfurcht gegendas heiligste Sakrament des Altars geäußert, und ihre ganzeSehnsucht ging dahin, so oft, als es nur immer möglichwar, sich mit diesem himmlischen Manna zu nähren. Umrecht oft aus diesem Quelle des Gottgenusses zu schöpfen,dem alle Gnaden entfließen, war sie stets sorgfältig daraufbedacht, ihr Herz dem Heiland als einen würdigen Tempelzu bereiten. Deßhalb strebte sie mit aller Kraft des Willensnach der vollkommensten Selbstverleugnung. Besonders rührtesie auch der Blick auf die heilige Armuth Jesu, anwelche sie stets die demüthige Brodsgestalt, in die der Gott-mensch so voll Liebe und Barmherzigkeit seine göttliche Maje-stät verhüllte, erinnerte; und um dieser Armuth Jesu gleich-förmig zu werden, gelobte sie feierlich vor dem Allerheiligsten,ihren Leib und mit ihm ihr ganzes Leben in dein Kleide derheiligen Armuth und Büßfertigkeit zu verdemüthigen. Siekasteite fortan ihren Leib mit dem beständigen Tragen einesBußkleides, das sie Tag und Nacht trug, und wenn sie esablegte, so geschah's, um dasselbe mit einem rauheren zuvertauschen. Man sah in ihrer armen Zelle weder einBett, noch irgend Etwas von Möbeln, auch von den noth-wendigsten Nichts. Ein schlechter Stuhl oder eine auf dieErde ausgebreitete Strohmatte war die gewöhnliche Stätteihrer Ruhe; ein harter Kieselstein diente ihr, das Hauptdarauf zu legen; die einzige Erquickung, welche sie sich zu-weilen gönnte, war, daß sie auf einem Bündlein Wein-reben schlief. Brod und Wasser und einige Hülsenfrüchteblieben ihre tägliche Nahrung. In der vierzigtägigen Fasten-zeit der Kirche aß sie täglich nur drei Nüsse oder drei Ka-stanien, denen sie ein wenig Brod noch beifügte. In jederWoche während dieser Zeit fastete sie drei Tage lang sehrstrenge; denn sie genoß an denselben nur die heilige Hostie,die ihren Geist lieblich gesättigt und ihren erschöpften Leibwunderbar kräftig erhielt und sie so wunderbar auf demWege der Vollkommenheit vorwärts führte. Dabei beschäftigtesie sich beständig mit frommer Lesung oder Betrachtung, sodaß wir mit vollem Rechte sagen können, Angela Mericisei vorzugsweise nur durch Gebet, durch Lesung oder
Mehler, Haußbiich.
Anhörung des göttlichen Wortes und durch denöftern und würdigen Empfang der heiligen Sa-kramente zur christlichen Vollkommenheit gelangt. — Willstauch du, m. chr. Leser! vollkommen werden, so bete, höreGottes Wort fleißig an und empfange recht oft und rechtwürdig die heiligen Sakramente!
Fr. Wie heißt das zweite Mittel zur Voll-kommenheit?
Antw. Beständige Uebung in der Demuth.
Belehrung und Beispiele. Die standhafte Uebungeiner immer gründlicheren Demuth ist ein vorzügliches
Mittel zur Erlangung der christlichen Vollkommenheit; denn,was wir sind und im Dienste Gottes werden können, dassind und werden wir nur durch, die Gnade; „den De-müthigen aber gibt Gott seine Gnade." (1. Petr.5, 5.) Ganz richtig ist also die Antwort, welche einstder heilige Einsiedler AntoniuS einem seiner Brüder gab.Als nämlich Letzterer fragte: „Vater! worin besteht derFortschritt in der Tugend und Vollkommenheit?" so antworteteAntonius: „In der Demuth, mein Sohn! Je mehrEiner zur Demuth geneigt ist, desto höher wird er es bringen."— Ferner bezeichnet der göttliche Heiland selbst den Wegzur Vollkommenheit als einen sehr schmalen Weg, derDemüthige nun, der sich überall erniedrigt und klein macht,wird auf diesem Wege leicht wandeln können. Einst fragteein Bruder den Abt Pö einen, wo man leichter zur Voll-kommenheit gelangen könne — in der Einsamkeit oder inGemeinschaft mit Andern? Und der heilige Abt antwortete:
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