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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
840
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849 Viertes Hauptstück. Von den Mitteln zur Vollkommenheit, und zwar von den ersten zwei.

Allen heiligen Märtyrern ist diese Bcseligung für ihre helden-müthigc Geduld in Ertragung der Leiden um Jesu willenzu Theil geworden.

Legende: Die heiligen unschuldigen Kinder.

Am Deutlichsten sehen wir dieß gerade wiederumaus dem heutigen Festtage der Kirche, an welchem siedas Andenken an jene unschuldigen Kinder feiert,welche um der Gerechtigkeit willen ihr Lebenopfern mußten. Als nämlich Herodes von den dreiWeisen des Morgenlandes belehrt worden war, daß siegekommen seien, um den neugebornen König derJuden anzubeten, ließ er alle zweijährigen oder nochjüngeren Knaben im ganzen Bethlehemetischen Bezirkelobten, in der Meinung, es müßte sich unter denselbenauch der ncugeborne König der Juden befinden.Allein die göttliche Vorsehung wußte den neugebornenHeiland am Leben zu erhalten, während eine großeAnzahl von unschuldigen Knaben nach dem grausamenBefehle des Königs Blut und Leben opfern mußte,«sonach litten diese unschuldigen Kinder für Jesus,d. h. um der Gerechtigkeit willen, und darumverehrt sie die Kirche als heilige Märtyrer. Als Lohnist ihnen das Himmelreich zu Theil geworden, nachdem Ausspruche des Herrn:Selig sind, die Verfolgungleiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrer ist dasHimmelreich."

Gebet. O Gott, dessen Lob die unschuldigenMärtyrer nicht durch Worte, sondern durch den Todam heutigen Tage bekannt haben, tödte in uns allelasterhaften Begierden und Neigungen, damit wir dem

Glauben an dich, den unsere Zunge bekennt, auch durchunser tugendhaftes Leben Zeugniß geben und gerne umder Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden, durch Christum,unfern Herrn. Amen.

DreilMdertdreiundsechzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 29. Dezember.

Von den Mitteln zur Vollkommenheit, und zwar von denersten zwei.

Fr. Da wir Alle, ein Jeder nach seinem Standeund Berufe, vollkommen sein sollen, so entsteht dieFrage: Welche Mittel muß jeder Christ, wessen Stan-des er auch immer sein mag, anwendeu, um zur Voll-kommenheit zu gelangen?

Antw. Besonders folgende: 1) Er' muß eifrigsein im Gebete, in der Anhörung des göttlichen Wortesund im Empfange der heiligen Sakramente; 2) er mußsich immer in der Demuth üben; 3) sich standhaft über-winden und verläugnen; 4) die Leiden und Widerwärtig-keiten geduldig ertragen und endlich 5) seine Handlungenim Stande der Gnade und auf eine gottgefällige Weiseverrichten. Diese fünf Hauptmittel zur Erlangungder Vollkommenheit bilden sonach den Gegenstand derletzten drei Lesestücke unsers Hans- und Familienbuches.

Fr. Welches ist also das erste und vorzüg-lichste Mittel, um zur Vollkommenheit zu gelangen?

Antw. Frommer Eifer im Gebete, in Anhörungdes göttlichen Wortes und im Empfange der heiligenSakramente.

Belehrung. Wer vollkommen werden will, muß vorAllem gerne beten; denn durch das Gebet erlangen wirdie zur christlichen Vollkommenheit so nothwendige Gnadeund Kraft; durch das Gebet erheben wir uns zu Gott, umuns immer mehr mit ihm zu vereinigen; je inniger wir abermit Gott vereinigt sind, desto vollkommner sind wir. Aehn-lichc Wirkungen bringt auch die fleißige Anhörung desgöttlichen Wortes und der öftere, würdige Em-pfang der heiligen Sakramente hervor. Daherschreibt der heilige Augustin:Der Baum, Welcher ent-weder an einem Bache steht oder fleißig begossen wird, mußbald eine bewunderungswürdige Höhe erreichen; und auchder Mensch, der das Wort Gottes eifrig anhört und in