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Am Feierabende des 28. Dezember.
nicht eher, als bis er das Pferd sammt dem Sattel genommenhatte, um so seiner Umgebung zu beweisen, daß man nichtstreiten, sondern Zank und Prozesse vermeiden, Friede undEintracht aber erhalten solle.
Fr. Welchen Lohn haben die Friedfertigen zuerwarten?
Antw. Einen höchst beseligenden Lohn; denn siewerden Kinder Gottes genannt werden" undauch sein, und zwar geliebte Kinder Gottes aufErden und selige Kinder Gottes im Himmel.
Belehrung und Beispiele. Zu den Friedfertigenspricht Gott: „Ich will euch aufnehmen und euer Vatersein." (Jerem. 31, 6.) Die Friedfertigen sind geliebteKinder Gottes auf Erden; darum stehen sie ganz be-sonders unter göttlichem Schutze. Sehen wir dieß nicht,z. B. an Abraham, der sich so friedliebend gegen seinenVetter Loth benahm? an Jakob, der im Hause desLaban, sowie gegen seinen erbitterten Bruder Es au dieTugend der Friedfertigkeit in einer so glänzenden Weise übte?Wurden diese nicht von Gott schon auf Erden besonders ge-segnet und beschützt? — Aber auch einst in der Ewigkeitwerden die Friedfertigen selige Kinder Gottes imHimmel sein; von ihnen gilt das Wort der heiligen Schrift(Weish. 5, 5.): „Siehe, wie sie nunmehr den KindernGottes beigezählt worden sind, und ihren Antheil unter denHeiligen haben!"
Fr. Wie heißt endlich die letzte der acht Selig-keiten ?
Antw. „Selig sind, die Verfolgung leiden um derGerechtigkeit willen; denn ihrer ist das Himmelreich."
Belehrung und Beispiele. Um der Gerechtigkeitwillen leiden Verfolgung alle Jene, welche um des christ-lichen Glaubens, der Wahrheit oder Tugend willen von denMenschen Haß, Verachtung, Schmach und Unbilden in Wortoder That aus Liebe zu Gott in christlichem Sinne ertragen.—- So lange die Welt steht, wird auf Erden die Tugendund Frömmigkeit verfolgt; die Geschichte aller Zeiten be-stätiget uns die Wahrheit des Ausspruches, den einst derheilige Paulus gegen seinen geliebten Timotheus (2. Tim.3, 12) gethan hat: „Alle, welche dem Christenthume gemäßfromm leben wollen, werden Verfolgung leiden." Je frömmerder Christ ist, desto mehr wird er verfolgt, und umgekehrt.Deßhalb sagt der heilige Gregor: „Ich sage es ganz zuver-sichtlich: je weniger fromm Jemand lebt, desto weniger wird
er Verfolgung leiden." Wer also verfolgt wird deßhalb,weil er seinen Glauben öffentlich und standhaft bekennt oderdas göttliche Gesetz treu beobachtet oder den Umgang mitBösen sorgfältig meidet, hingegen sich durch Unschuld undTugend auszeichnet, der leidet Verfolgung um derGerechtigkeit willen. In diesem Sinne haben alle hei-ligen Märtyrer des A. und N. B. Verfolgung um der Ge-rechtigkeit willen gelitten, wie z. B. der fromme Eleazer,die machabäischen Brüder, die Apostel und Blut-zeugen der Kirche (sieh das vorausgehcnde Bild!), undauch heut zu Tage noch müssen alle Frommen auf Erden garoft Verfolgung um der Gerechtigkeit willen leiden.
Fr. Auf was haben Jene verlässige Aussicht, dieum der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden?
Antw. Auf den Himmel, hier der seligenHoffnung, und dort dem wirklichen, unaussprechlichglückseligen Genüsse nach. „Selig sind, die da Ver-folgung leiden um der Gerechtigkeit willen; denn ihrerist das Himmelreich."
Belehrung. Wenn wir um der Gerechtigkeit willenVerfolgung leiden, so wird uns dafür zu Thcil der Himmel,und zwar schon auf Erden der seligen Hoffnung nach.Darum sagt Christus nicht: „ Sie werden einst in den Himmeleingehen," sondern: „Ihrer ist das Himmelreich." Diesesspricht der heilige Paulus mit den Worten aus: „Seligseid ihr, wenn ihr des Namens Christi wegen Schmach leidet;denn da ruhet die ganze Ehre, Herrlichkeit und Kraft Gottesund sein Geist auf euch." Ist das nicht schon ein Himmelauf Erden? — Durch Geduld bei der Verfolgung um derGerechtigkeit willen wird uns aber auch der Himmel inder Ewigkeit zu Theil dem wirklichen Genüssenach. Dieses spricht der göttliche Heiland selbst wiederholtaus. „Selig sind, die der Verfolgung leiden um der Ge-rechtigkeit willen," sagt er; „denn ihrer ist das Himmel-reich." Und wiederum: „Selig seid ihr, wenn die Menscheneuch fluchen und euch verfolgen, und alles Böse wider euchreden und lügen um meinetwillen. Freuet euch und froh-locket! Denn euer Lohn wird überaus groß seinim Himmel." (Matth. 5, 12.) „Wer mit Geduld Schmachund Pein leidet um des Namens Jesu willen," sagt Kar-dinal Hugo, „der sammelt in seinen Schooß kostbareEdelsteine, mit denen einst jene Krone geschmückt sein wird,von der die Kirche singt: Eine goldene Krone ist auf seinemHaupte; das Zeichen der Heiligkeit ist darauf gedrückt; sieist ein Glanz der Ehre und das Werk der Starkmuth."