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Viertes Hauptstück. Von den acht Seligkeiten, und zwar von den letzten zwei.
Dreihmid ertzw eiundsechzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 28. Dezember.
Von den acht Seligkeiten, und zwar von den letzten zwei.
Fr. Wie heißt die siebente von den acht Selig-keiten?
Antw. „Selig sind die Friedfertigen; denn siewerden Kinder Gottes genannt werden."
Belehrung. Friedfertig sind Diejenigen, welcheFrieden nach Innen und Außen zu haben und zu erhalten
bahn, Kampfplatz, Vergnügungen und Schauspiele ... wasnützt uns dieß Alles, wenn uns der Frieden fehlt, wennder Krieg uns dieß nicht genießen läßt?" Darum grüßteder göttliche Heiland die Seinen so oft und so freundlichmit den Worten: „Der Friede sei mit euch!" —Diesen hohen Werth des Friedens erkennend, schätzt und liebtihn der Friedfertige über Alles, und läßt ihn durch Nichtsstören. Er hält Frieden u) mit Gott, indem er durchtreue Befolgung seines heiligen Willens stets im Stande derGnade wandelt; d) mit sich selbst, indem er die Ruhedes Gewissens treu bewahrt und alle inneren Feinde, d. i.
suchen, Frieden mit Gott, mit sich selbst und mit ihrenNebemnenschen. — Friede ist ein gar edles Gut auf Erden;daher schreibt der heilige Gregor von Nyssa: „Was istden Menschen von allen Dingen, welche im Leben süß und
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angenehm sind, süsser als ein friedliches Leben? Was manimmer nennen mag von den Dingen, die im Leben süß undangenehm sind, immer bedarf es des Friedens, daß sie wirk-lich angenehm sein können. Denn wenn auch Alles da ist,was im Leben geschätzt und hochgeachtet wird: Reichthum,Gesundheit, Gattin, Kinder, Haus, Eltern, Diener, Freunde,Land und Meer, anmuthige Gärten, Jagd, Bäder, Renn-
die bösen Neigungen seines Herzens, in Unterwürfigkeit undRuhe erhält; o) mit seinen Neben Menschen, indemer Allen mit aufrichtiger und Werktätiger Liebe begegnet,Zanksüchtigen ausweicht, Rachgierige besänftiget, Streitliebendemit Ruhe und Geduld zu beschwichtigen sucht, bereit, manche
Opfer zu bringen undmanchen zeitlichen Nach-theilzu erleiden — nur umdes lieben Friedens willen.
Beispiel und An-wendung. Ein schönesBeispiel der Friedseligkeithat uns Kaiser Heinrichder Heilige gegeben.Von ihm erzählt der Kir-chengeschichtschreiber B a -ronius folgende Bege-benheit. Der Vorstandeines gewissen Klostersbrachte einmal dem hei-ligen Heinrich ein sehrschönes Pferd znm Ge-schenke, welches der Kaiserauch annahm, und auf
_ dem er sehr oft ritt.
Dieses Pferd war nunaber einem Soldaten ge-stohlen worden, und derDieb hatte dasselbe anden Kloster-Vorstand alssein eigenes Pferd ver-kauft. Als nun einmal der Kaiser auf diesem Pferde ineine Stadt einzog, sprang plötzlich der Soldat, dem diesesPferd gestohlen worden war, auf dasselbe und den Kaiserlos, und forderte solches unter Drohungen und Beschimpfungenvon dem Kaiser wieder zurück. Ganz ruhig und gelassen er-wiederte der Kaiser: „Wenn das Pferd dein Eigenthum ist,so nimm es hin sammt dem Sattel, der ihm aufgelegt ist."— Der Soldat, diese Worte für Spott haltend, zaudertenun, es anzunehmen; allein der heilige Heinrich ruhte