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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Viertes Hauptstück. Von den cicht Seligkeiten, nnd zwar von der fünften und sechsten.

Gnade und seinen Segen und bewegt sie zurBuße. Darum singt schon David (Ps. 36.):Der Gerechte theilt seine Güter gutherzigmit den Armen und verdient dadurch, vondem Herrn auf allen seinen Wegen geleitetzu werden, auf daß er sein Leben, wiedem Herrn gefällig ist, einrichte. Sollte eranch fallen, so wird es ihm nicht zum Todesein; denn die Hand des Herrn ist jederzeitbereit, ihn zu unterstützen und aufzurichten."- Dem Barmherzigen wird aber auch GottesBarmherzigkeit zu Theil 2) im Sterben.Der göttliche Heiland wird sie mit den freund-lichen Worten empfangen:Kommet, ihr Gc-benedeiten meines Vaters! besitzet das Reich;gehet ein in's ewige Leben; denn ich binhungrig gewesen, und ihr habet mich ge-speiset" rc. (Matth. 25, 34 ff.) MitRecht schreibt daher der heilige. Hierony-mus:Ich habe Vieles gehört und Vielesgelesen; aber nie habe ich gehört oder gelesen,daß Einer, der während seines Lebens gerneBarmherzigkeit geübt hat, eines bösen Todesgestorben wäre; denn ein Solcher hat vieleFürbitter, und es ist nicht möglich, daß Gottdas Gebet so Vieler nicht erhöre." Undder heilige CHrysostomns setzt bei:Werden Armseligen gute Tage gemacht hat, wirdden bösen Tag (des Gerichtes) nicht erleben."

riickkehrc!" (Luk. 10, 25). Welch ein herrliches Beispielvon Barmherzigkeit! Nicht minder übte diese schöne Tugendschon im A. T. der fromme Tobias. Obschon selbst arm,so war er dennoch bei Tag und Nacht geschäftig, die Nothseiner Mitbrüdcr zu mildern. Seinem Sohne empfahl ermit allem Nachdrucke eben diese Tugend mit den Worten:Seibarmherzig, so viel du kannst!" (Job. 4, 5.) Durchdiese Tugend zeichnen sich in unfern Tagen ganz besondersdie barmherzigen Schwestern aus, die so unendlichVieles thun zum Wohle der leidenden Menschheit; daher auchihr Name. (Sieh das obige Bild!)

Fr. Was ist den Barmherzigen verheißen?

Antw. Gottes Barmherzigkeit im Leben und Ster-ben;denn sie werden Barmherzigkeit erlangen."

Belehrung. Den Barmherzigen wird Gottes Barm-herzigkeit zu Theil t) im Leben; Gott gibt ihnen seine

Beispiele und Anwendung. Wie reichlich Gott derHerr die Tugend der Barmherzigkeit zeitlich und ewig lohnt,sehen wir an jenem frommen Hauptmanne Cornelius,von dem die heilige Schrift erzählt, daß er Gott fürchtetemit seinem ganzen Hanse und gegen die Armen Barmherzig-keit übte, indem er viel Almosen gab. Dafür wurde ihmdie Gnade des wahren Glaubens zu Theil; er wurde ge-tauft sammt seinem ganzen Hause. (Apgsch. 10.) Der be-seligende Lohn dieser Tugend ist auch in folgendem kurzenGedichte ausgesprochen:Memnon liegt im Sterben; seinletzter Kampf ist heiß; von seiner Stirne perlen ihm großeTropfen Schweiß. Er stöhnt und spricht zur Gattin:Mirwird das Haupt so schwer; o gib mir aus dem Schrein'mein weichstes Kissen her!"Dort ist nur,"" klagtdie Frau,ein Päckchen voll Papier.""Das wähleich," sprach Memnon,zum Ruhekissen mir. Es ist ge-füllt mit Scheinen; gesammelt Hab' ich sic, weil ich meinGeld den Armen stets ohne Zinsen lieh." Siehe, m. Chr.!so getrost stirbt der Barmherzige; denn er darf hoffen, daßauch er Barmherzigkeit erlangen werde. Sei also barm-