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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 27. Dezember.

sättigung Jenen einst zu Theil werde, die da hungern unddursten nach der Gerechtigkeit. Im Vorgeschmack dieserhimmlischen Ersättigung ruft er nun aus:Herr! wenn ichDeiner Glorie werde ansichtig werden, dann, ja dannwerde ich ersättigt (vollkommen vergnügt) sein." (Ps. 16,15.) Von gleichem Gefühle beseelt bricht auch der hei-lige Augustin in die freudigen Worte aus:Im Himmelwirst du, o Gott! mich sättigen, und zwar auf so wunder-bare Weise, daß mich nimmer hungern und dursten wird."

Legende: Der heilige Erzmartyrer

Stephanus.

Und ist nicht auch jener Heilige, dessen Fest heutedie Kirche so feierlich begeht, gesättigt worden mit himm-lischer Wonne und Freude, weil er Hunger und Dursthatte nach der Gerechtigkeit? Stephanus war dererste von den sieben Diakonen und predigte IesumChristum mit uuermüdetem Eifer und Muthe. Da ersehr Viele für den christlichen Glauben gewann, so er-grimmten die Juden wider ihn und brachten falscheZeugen auf, welche Vorgaben, er habe gegen Gott unddas Gesetz gelästert. Deßhalb wurde er öffentlich ge-steinigt. Während seiner Marter sah StepHanus denHimmel offen und Iesum zur Rechten des Vaters stehen,um ihn gleichsam im Kampfe zu unterstützen und nacherrungenem Siege zu krönen und zu ersättigen mithimmlischer Wonne und Seligkeit. Nachdem Stepha-nus sterbend noch für seine Feinde gebetet hatte, gaber seinen Geist auf und ging als der erste Blutzeugeein in die Glorie des Himmels.

Gebet. Wir bitten dich, o Gott! verleihe uns,

daß wir den heiligen Stephanns, den wir verehren,auch nachahmen, damit wir Hunger und Durst habennach der Gerechtigkeit und unsere Feinde lieben, wie sieder heilige Stephanus geliebt und für sie zu deinemSohne gebetet hat, der mit dir lebt und regirt, Gottvon Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Dreihuttderteimmdsechzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 27. Dezember.

Von den acht Seligkeiten, nnd zwar von der fünften und sechsten.

Fr. Wie heißt die fünfte der acht Seligkeiten?

Antw.Selig sind die Barmherzigen; denn siewerden Barmherzigkeit erlangen.

Belehrung und Beispiele. Barmherzig sind Jene,die ein herzliches Mitleid mit fremdem Elende haben, zu-gleich mit dem festen Entschlüsse, ihm abzuhelfen, und zwaraus Liebe zu Gott um Jesu Christi willen. Wir sollenuns dieser schönen Tugend besonders befleißen, da sie in denAugen Gottes von so hoher Geltung ist.Durch dieseTugend," sagt der heilige Chrysostomus,werdet ihrGott eurem Vater ähnlich, von dem es heißt, daß er barm-herzig ist, nnd der da sagt: Barmherzigkeit will ich undkein Opfer. ... Nichts zieht Gott so an, als die Barm-herzigkeit." Von der Vortrefflichkeit und Nothwendigkeitder Barmherzigkeit überzeugt, übten die Heiligen diese Tugendmit allem Eifer. Auch die heilige Schrift enthält überausviele und schöne Züge von Barmherzigkeit, von denen abervorzüglich folgende zwei besondere Beachtung verdienen.Ein Samaritan ging hinauf nach Jericho, (also erzähltder göttliche Heiland selbst,) und fand auf der Strasse einenJuden, der von Räubern überfallen worden war und halb-todt da lag. Ungeachtet der angeborneu Feindschaft, welchedie Samariter und die Juden gegenseitig nährten, wurde erdennoch zum innigsten Mitleiden bewegt. Er näherte sichdem Unglücklichen, verband ihm seine Wunden und brachteihn an einen Ort, wo er ihn verpflegen lassen konnte. Ersparte aus Erbarmung gegen den Unglücklichen weder Mühenoch Kosten, ihn zu heilen, und nahm, als er ihn verlassenmußte, alle nothwendigen Maßregeln, damit er an NichtsMangel leiden dürfe. Er setzte seiner Liebe weder Maß,noch Ziel; denn er zog zwei Denare heraus, gab sie demWirthe und sagte:Sorge für ihn, und so du etwas mehrausgeben wirst, will ich es dir wieder geben, wenn ich zu-

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