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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Viertes Hanptstnck. Von den acht L-eligkeiten, und zwar von der dritten und vierten.

Geiste der Buße durchdrungenen Gerechten, Der kann durchkeine Beschreibung den Trost fassen, welchen der Heilandverspricht.Nichts," sagt der heilige Chrhsostomus,istangenehmer, als eine solche Liebesthräne (der Buße); sieergötzt mehr, als jedes Lachen. Nur Jene, welche so weinenund Leid tragen, wissen, welcher Trost damit verbunden ist." Dieß hat erfahren Isaak, der heilige Priester zu An-tiochien. Dieser weinte und trauerte oft über seine Sünden,fühlte aber dabei immer den süßesten Trost. Und als man

ihn einst fragte, worin denn dieser Trost bestehe, so ant-wortete er:Was Gott Jenen thut, die aus Liebe zu ihm

weinen und Leid tragen, wissen nur Die, welche dieser Be-

schäftigung ergeben sind, und also aus eigner Erfahrung lernen,welche Süßigkeit aus den Thränen hervorquelle; denn hierschöpft man mehr mit der Anmuthung des Herzens, als manmit den Worten des Mundes aussprechen kann." Undwelch süße himmlische Tröstungen auf die heiligeTrauer einst in der Ewigkeit folgen, das sagen uns jeneunzähligen heiligen Büsser, die sich nun ewig erfreuen in der

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Glorie des Himmels. Sündiges Herz! weine und trauereauch du, auf daß du gleichfalls jetzt und einst getröstet werdestmit süßen himmlischen Tröstungen und Freuden!

Fr. Wie heißt die vierte der acht Seligkeiten?

Antw.Selig sind, die Hunger und Durst habennach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden."

Belehrung und Beispiele. Hungern und dursten

nach der Gerechtigkeit heißt, nach der Wahrheit und Ge-rechtigkeit Gottes verlangen. Einen solchen Hunger undDurst nach der Gerechtigkeit haben sonach 1) jene Irr-gläubigen, die nach der Wahrheit d. h. nach der wahrenLehre Christi verlangen, und 2) Jene, welche, wenn sienoch nicht gerecht sind, sich befleißen, gerecht zu werden, undwenn sie schon gerecht sind, fortfahren, immer noch gerechterund frömmer zu werden. In dieser Beziehung schreibt derheilige Bernhard:Der Gerechte hungert und durstetunaufhörlich nach der Gerechtigkeit, so daß er immer gerech-ter zu sein verlangen würde, wenn er immer länger lebensollte; denn er trachtet allzeit aus allen Kräften, sich vomGuten ins Bessere zu erschwingen." Brennend vor diesemheiligen Durste ruft David aus:O mein Gott, duQuelle alles Trostes! ich brenne vor Durst nach dir. Ach!wann werde ich zu dir kommen?" (Ps. 41.) Auch derheilige Paulus war voll Hunger und Durst nach der Ge-rechtigkeit; denn er strebte immer weiter vorwärts auf demWege der Tugend und Vollkommenheit,Brüder! ich denkegar nicht daran," schreibt er,als hätte ich das Zielschon erreicht; sondern das allein thue ich: ich vergesse, waszurück ist, und strecke mich nach Dem aus, was vorwärtsliegt. Nach dem bestimmten Ziele eile ich fort, nach demEhrenpreise jenes Rufes von Oben, der mir durch JesusChristus von Gott geworden ist." Von Hunger undDurst nach der Gerechtigkeit, d. h. nach der göttlichen Wahr-heit und nach einem frommen Leben, war auch der heiligePapst Clemens erfüllt. Als er noch Heide war, schreibter, habe er nach Nichts mehr gestrebt, als nur nach derWahrheit und Tugend. Und sein Hunger und Durst nachder Gerechtigkeit wurde auch wirklich gestillt; denn cs kamder heilige Barnabas, lehrte ihn die Wahrheit und führteihn zur Quelle des Lebens, an der er seinen Durst nach Ge-rechtigkeit und Seelenruhe vollends stillen konnte.

Fr. Wie wird dieser Hunger und Durst nach Ge-rechtigkeit belohnt?

Antw. Er wird von Gott selbst gestillt werden.

Belehrung und Beispiele. Ja, Gott selbst wirddiesen heiligen Hunger und Durst stillen; d. h. er wirdalle Diejenigen, die also hungern und dursten, zur Wahrheitund Gerechtigkeit und dadurch zur Seligkeit führen;dennsie werden gesättigt werden" (mit himmlischer Wonne undFreude.) David, der wie oben gezeigt worden ist, einso inniges Verlangen nach Gott und göttlichen Dingen hatte,sah es oft schon im Geiste voraus, welche vollkommene Er-