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Am Feierabende des 25. Dezember.
Vollkommenheit empor und starben eines seligen Todes,Tharsilla am Vorabende der gnadenreichen GeburtJesu Christi, und Aemiliana bald darnach am Festeder heiligen drei Könige oder der Erscheinung des Herrn.
Gebet. Gib, oGott! daß wir, nachdem schönenTugendbeispiele der heiligen Jungfrauen Tharsillaund Aemiliana auch mitten in der Welt auf demWege der Tugend und Vollkommenheit wandeln, undeinst zn dir gelangen — durch Christum, unfern Herrn.Amen.
DreilMdertnemmndsiinfzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 25. Dezember.
Bon den acht Seligkeiten, und zwar von den ersten zwei.
Fr. Wie können wir also auch im weltlichenStande zur Vollkommenheit gelangen?
Antw. Wenn wir, wie schon gesagt, nicht nach-dem Geiste der Welt, sondern nach dem Geiste JesuChristi leben.
Fr. Widerspricht denn der Geist der Welt demGeiste Christi?
Antw. Allerdings, wie wir aus den AnssprüchenJesu ersehen, welche die acht Seligkeiten heißen.
Belehrung. In diesen acht Seligkeiten zeigt es dergöttliche Heiland deutlich, daß der Geist der Welt SeinemGeiste gänzlich widerspreche; denn er preist in denselben ge-rade Diejenigen selig, welche die Welt für elend und thörichthält. Die Welt pflegt nämlich Ehre, Reichthnm, Ruhmund sinnliche Freuden als die Quellen der Glückseligkeit an-zupreisen; Christus lehrt uns hingegen in den acht Selig-keiten unsere Seligkeit in Gott und seinem heiligen Dienstezu suchen, und deßhalb Armuth, Verfolgung und jeglicheDrangsal willig und freudig zu ertragen.
Fr. Wie heißt die erste dieser acht Seligkeiten?
Antw. „Selig die Armen im Geiste; denn ihrerist das Himmelreich." (Matth. 5, 3.)
Belehrung. Arm im Geiste sind die Leiblich-Armen, welche bei all ihrer Armuth dennoch zufrieden leben,ferner die Reichen, welche ihr Herz nicht an ihren Reichthumhängen, und endlich Jene, die alle Neichthümer und Güterder Erde verschmähen; arm im Geiste sind alle Jene, dienach den Worten des Apostels (l. Cor. 7, 30.) „kaufen,als besäßen sie Nichts, und die Güter dieser Welt gebrauchen,
als gebrauchen sie ihrer nicht." Arm im Geiste sind auchdie Demüthigen. „Arm im Geiste ist der Demüthige vomHerzen," sagt ein heiliger Lehrer, „welcher von sich keinehohe Gesinnungen hat; wie im Gegentheile unter einemNeichen im Geiste ein Hoffärtiger verstanden wird, der sichGroßes einbildet."
Beispiele und Anwendung. Arm im Geiste warennach dem Borbilde des göttlichen Lehrmeisters alle Apostelund wahren Jüngern des Herrn; sie wurden gerne arm,um durch ihn reich zu werden. Mit Freuden hatte der hei-lige Paulinus Alles verlassen und lebte in einer wahrhaftapostolischen Armuth. Als ihm nun einige seiner frommenFreunde ihr Erstaunen hierüber äußerten, antwortete er:„Was habe ich denn gethan, das so sehr euere Bewunderungverdiente? Ist es denn etwas so Großes, Güter, die ver-gänglich und nur auf kurze Zeit die meinigen sind, zu ver-lassen» um dafür unvergängliche, ewige Güter zu erringen?Ich gleiche jetzt einem Menschen, der einen breiten Stromdurchschwimmen will und aus dieser Ursache seine Kleiderabgelegt hat, um das jenseitige Ufer desto sicherer und leichterzu erreichen. Ich weiß es aus dem Munde Jesu, daß manarm an Gütern werden muß, wenn man den Himmel unddie ewigen Güter erlangen will; „selig sind ja die Armenim Geiste; denn ihrer ist das Himmelreich." — Nimm diesetreffliche Lehre wohl zu Herzen, m. Chr! und trachte aufErden arm im Geiste zu sein, damit du reich im Himmelwerdest; denn groß ist der Lohn dieser Tugend!
Fr. Welcher Lohn wird den Armen im Geistezu Theil?
Antw. Den Armen im Geiste wird zu Theil derHimmel schon auf Erden, und noch mehr einstin der Ewigkeit; „denn ihrer ist das Himmelreich."
Belehrung und Beispiele. Der Lohn der Armuthim Geiste ist der Himmel, und zwar der Himmel aufErden, weil die Armen im Geiste immer glücklich und zu-frieden sind in Gott ihrem Herrn, und dereinst die ewigeSeligkeit im Himmel. Daher sagt der heilige Augu-stin: „Willst du wissen, wie reich die Armuth sei? Siekauft den Himmel." Der heilige Bernhard schildertuns diese Wahrheit in folgender schönen Parabel: „Es warein König, der zwei Töchter hatte, von welcher die eine sehrschön war an Gestalt, die andere aber ganz häßlich undabstossend. Die Schöne ward geliebt von Jedermann, dieHäßliche hingegen gemieden und verachtet. Darüber warnun diese tief betrübt; sie weinte und klagte ihrem Vaterden Kummer ihres Herzens. Gerührt von dem Schmerzeseiner Tochter, sagte ihr einmal der König: „O stille deineThränen, geliebte Tochter! Denn höre den Entschluß, den