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Am Feierabende des 24. Dezember.
Recht; denn wenn Abraham Gott dem Herrn so sehr gefallenhat, weil er seinen Sohn opfern wollte, um wie viel mehrwird ihm Der gefallen, der nicht einen Andern, sondern sichselbst durch wahren Gehorsam opfert?"
Beispiele und Anwendung. Durch Gehorsamzeichnete sich David aus; daher sagt Gott selbst von ihm:„Ich habe einen Mann gefunden nach meinem Herzen, derallen meinen Willen thun wird; deßhalb habe ich ihn mitdem heiligen Oele gesalbt, und meine H""d wird ihmhelfen, und mein Arm wird ihn stärken, damit Alles, waser thun will, gelingen werde." (Ps. 88, 21 — 23.) —Christus der Herr selbst ist uns Allen das erhabensteMuster des Gehorsams; denn es steht von ihm geschrieben:„Christus erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zumTode, ja bis zum Tode des Kreuzes. Darum hat ihnGott auch erhöhet und ihm einen Namen gegeben, der überalle Namen ist." (Phil. 2, 8—9.) — Auch die Apostelverließen Alles und folgten willig ihrem Herrn und Meister,und seitdem entsagten zahllose fromme Seelen ihrem eignenWillen, um ihn dem Willen Gottes und ihrer geistlichenObern zu unterwerfen. — Wie lieblich aber diese Tugend
sei in den Augen Gottes sowohl, als aller Frommen, dasmagst du aus folgenden zwei Beispielen ersehen. Einem derVäter wurden in einer Vision vier Ordnungen oder Chöreim Himmel gezeigt. In dem untersten davon sah er ehe-
malige Kranke, welche noch für ihre Leiden Gott dankten.Im andern waren Solche, die sich der Gastfreundschaft be-flissen und den Fremden in Liebe gedient hatten. Imdritten waren Einsiedler, die sich von allen Menschen gänz-lich abgesondert hatten; der vierte Chor endlich bestand ausSolchen, die um Gotteswillen geistlichen Vätern und Vor-stehern sich in Gehorsam unterworfen hatten. Diese zeichneteeine besondere Zierde und Glorie aus, wovon den Grundzu erfahren der erwähnte Vater seinen Führer fragte, unddie Antwort erhielt: „Alle Andern, soviel sie Gutes gethanhaben, genießen schon einiger Ruhe in Befolgung des eigenenWillens; die Gehorsamen hingegen verlassen ihren eigenenWillen und hängen ganz dem Willen Gottes und der geist-lichen Vorsteher an, und erfreuen sich darum einer größer«Glorie." — Und selbst in den Augen der Menschen er-scheint diese Tugend als eine überaus liebliche. Unter denJüngern des heiligen Abtes Silva nus fand sich Einer,mit Namen Markus, den dieser fast in auffallender Weiseden Uebrigen vorzog. Die benachbarten Altväter mißbillig-ten dieß Benehmen; sie kamen zu ihm und verlangten denGrund davon zu wissen. Silvanus, als ein Mann, dervielem Reden nicht hold war, erwiederte einfach: „Folgetmir!" Er führte sie von einer der kleinen Wohnungen oderHütten zur andern, klopfte an jede Thüre, die Jüngerrufend, die aber nicht augenblicklich sich zeigten. Er kamauch an die Hütte, die Markus bewohnte, und kaum hatteer angeklopft und gerufen, als dieser auch schon heraustratund vor ihm stand. Silvanus ging mit den Alten hineinund fand einen Buchstaben, den jener eben zu schreibenangefangen, noch unvollendet. Da sprachen die Greise:„Wahrlich, den du liebst, Den liebt auch Gott!" Nun wuß-ten sie, was ihn bewog, diesen Jünger vor allen Anderenlieb und werth zu halten. Und was lernen wir daraus?Dieses, m. Freund! daß auch wir wenigstens der rufen-den Stimme Gottes jedesmal ungesäumt Gehör gebenund willigen Gehorsam leisten sollen, wenn wir auch nichtdazu berufen sind, unter dem Gehorsam eines geistlichenObern zu stehen.
Fr. Warum sind diese evangelischen Näthe vor-zügliche Mittel zur Vollkommenheit?
Antw. 1) Weil durch sie einerseits das Hanpt-hinderniß der christlichen Vollkommenheit entfernt wird,nämlich die unordentliche Liebe und Begierde nach ir-dischen Gütern, sinnlichen Lüsten und nach Ungebunden-heit; und 2) weil anderseits der Mensch Gott dem Herrndurch sie Alles zum Opfer bringt, was er hat und ist;nämlich die äußern Güter durch das Gelübde derArmuth, den Leib durch das Gelübde der Keusch-heit, und die Seele oder den Willen durch das Ge-lübde des Gehorsams.