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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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827
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Am Feierabende des 23. Dezember,spiele und diesen Worten des göttlichen Heilandes; sie ver- harrt, der beobachtet den zweiten evangelischen Rath, den

ließen all' das Ihrige, und erfuhren an sich die tröstlicheWahrheit, welche der heilige Hieronymus ausspricht:Wer mit Christus arm ist, der ist überaus reich."

Beispiele und Anwendung. Dem Beispiele Christifolgten schon die Apostel.Sieh! wir haben Alles ver-lassen," sprach Petrus in Wahrheit zu seinem göttlichenHerrn und Meister,und sind dir nachgefolgt." (Matth.19, 27.) Gleiches ihaten auch die ersten Christen, da esin der Apostelgeschichte (4. Kap.) heißt:Keiner hielt Etwasaus seiner Habe für sein eigen, sondern Alles war unterihnen gemeinschaftlich. ... Ein Zeder, der einen Acker oderein Haus besaß, verkaufte dieselben, brachte das gelöste Geldund legte es zu den Füssen der Apostel," anzuzeigen,daß der Reichthum mit Füssen zu treten und zu verachtensei. Der heilige Alexius war der Sohn reicher undangesehener Eltern. Er verließ sein väterliches Haus, ent-sagte den Schätzen der Erde, und ward freiwillig arm.Nach längerer Zeit kehrte er wieder nach Rom zurück undbewirkte durch Bitten, daß ihn sein Vater in sein Hausaufnahm und ihm eine kleine Wohnung unter einer Stiegeanwies. Siebzehn Jahre blieb er da als ein nothleidenderBettler, ohne daß Jemand ihn erkannte. Hätte er sich zuerkennen gegeben, so hätte er sogleich Erbe eines überausgroßen Vermögens werden können. Er hatte aber Wohlge-fallen an Mangel und Dürftigkeit, und war in seinem,obschon dem Scheine nach elendesten Zustande, vollkommenvergnügt. Er war einzig bedacht, sich Schätze im Himmelzu sammeln und erhielt sie. Siehe, m. chr. Leser! sosollen auch wir die Armuth lieben, und wenn wir die frei-willige Armuth nicht wirklich oder nicht gänzlich beobach-ten können, so sollen wir wenigstens arm im Geiste sein,d. h. wir dürfen, wenn wir reich sind, unser Herz nicht andie Reichthümer hängen, und wenn wir arm sind, so müssenwir unsere Armnth mit christlicher Geduld ertragen, wiez. B. der heilige Bettler Servulus (sieh das neben-stehende Bild!), dessen Andenken heute gefeiert wird.

Fr. Wie heißt der zweite don den evangelischenNäthen?

Antw. Stete Keuschheit.

Fr. Was versteht man unter steter oder ewigerKeuschheit?

Antw. Die freiwillige, lebenslängliche Enthalt-ung nicht nur von Allein, was der Neiuigkeit zuwiderist, sondern auch von der Ehe, um einzig für Gott undseinen heiligen Dienst in jungfräulicher Reinheit zu leben.

Belehrung. Wer also aus freiem Willen und ausLiebe zu Jesus Christus nicht nur aller fleischlichen Wollustund allen unreinen Begierden, sondern auch dem Ehestandeentsagt und in jungfräulicher Reinheit lebenslänglich Ver-

de r ewigen Keuschheit. Diese stete Keuschheit wird inder heiligen Schrift mehrfach empfohlen. So spricht dergöttliche Heiland von solchen Menschen,die sich selbstdes Himmelreiches wegen verschnitten haben,"d. h., ewige Keuschheit beobachten. Er sagt aber (Mattb.19, 11.):Nicht Alle fassen dieses Wort" (von derlebenslänglichen Enthaltsamkeit),sondern nur Die, denenes gegeben ist." Und der heilige Paulus schreibt (I. Cor.7, 25. 38.):Ich habe zwar wegen der Jungfrauenvom Herrn kein Gebot; aber einen Rath gebe ich. ...Wer seine Jungfrau verheirathet, der thut gut; wer sicaber nicht verheirathet, der thut besser"; dadurch gibt erzu erkennen, daß der jungfräuliche Stand dem ehlicheu vor-zuzichen sei. In der heiligen Schrift sowohl, als im Lebender Heiligen finden wir Beispiele von frommen und heiligenSeelen genug, die diesen evangelischen Rath beobachtetenund ewige Keuschheit bewahrten.

Beispiele und Anwendung. Christus selbst, dasMuster und Vorbild jeglicher Tugend und Vollkommenheit,

geht unS hierin mit seinem Beispiele voran. Seine Feindeerdichteten wider ihn die abscheulichsten Laster; nie aber ver-mochten sie ihm auch nur den mindesten Schatten eines Ver-gehens wider die heilige Rcinigkeit aufzubürden, so keuschwaren stets seine Sitten, so rein seine Gebärden, so un-schuldig sein Wandel. Elias, dieser ausgezeichnete Pro-phet des alten Bundes, war ehelos und blieb es bis an dasEnde seines Lebens. Seinem Beispiele folgte auch Elisäus. Johannes der Täufer, der gewürdigt wurde, der

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