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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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824
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824 Viertes Hauptstück. Vom Wege zur Vollkommenheit und von den evangelischen Rathen überhaupt.

Mann kennen zu lernen. Er trat in seine Werkstätte undfragte ihn, mit welchen Tugcndübungen er täglich seinemGotte diene. Der denmthigc Mann seufzte und sprach, erwisse nicht, daß er die Tage seines Lebens je etwas Gutesgethan habe; darum halte er andere Menschen für fromm,sich selbst aber für böse, und er fürchte, daß er verlorengehe, während Andere selig würden. Diese Antwort setzteden heiligen Antonius in Erstaunen, und er rief aus:Dieser einfältige Mann reißt das Himmelreich mit Gewaltan sich; ich lebe nun schon viele Jahre in der Einsamkeit,und habe mir, ich weiß nicht was, eingebildet, und mußnun bekennen, daß ich von diesem einfachen Handwerker anTugenden übertroffen werde!" Du siehst hieraus m. chr.Leser! daß man eben kein Einsiedlerleben führen muß, umvollkommen zu werden; man kann dieß werden in jedemStande und Berufe. Erfülle nur deine Standespflichtentreu und eifrig und diene in Demuth Gott dem Herrn!

Legende: Der heilige Apostel Thomas.

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Ja, diene Gott dem Herrn, wie der heilige ApostelThomas, dessen Fest auf den heutigen Tag fällt, unddn wirst hier ans Erden vollkommen und einst im Himmelselig sein. Thomas, auch Didimus genannt, warein zärtlicher Frennd, ein muthiger Anhänger und einaufrichtiger und lernbegieriger Schüler Jesu, der stetsseine Zweifel offenherzig darlegte, um in der Wahrheitdesto mehr befestigt zu werden. Als der Herr kurz vorseinem Leiden beschlossen halte, nach Bethanien zu reisen,um dort seinen verstorbenen Frennd Lazarus in'sLeben zu rufen, wollten ihn einige seiner Jünger vondieser Reise aus dem Grunde abhalten, weil Bethanien

nahe bei Jerusalem lag, wo ihn seine Feinde schon beiseinem letzten Aufenthalte zu steinigen suchten. Alleinder Herr bestand darauf, nach Bethanien zu gehen,und die Jünger, die sich nicht mehr getrauten, ihn da-von abzuhalten, schienen nickt geneigt zu sein, die Reisemitzumachen. Thomas allein war bereit, ihm imLeben und Tode nachzufolgen, und sprach auch denUebrigen Muth zu mit diesen Worten:Wir wollen mitihm gehen, und sollten wir auch mit ihm sterben müssen."Als das Leiden des Erlösers anfing, war Thomasgleich den Uebrigen so furchtsam, seinen Lehrmeister zuverlassen und die Flucht zu ergreifen. Durch den Kreu-zestod Jesu wurde Thomas so bestürzt und niederge-schlagen, daß er die Auferstehung desselben von deinTode gar nicht glauben wollte. Er hoffte, Jesum ansdem Throne, nicht aber am Kreuze zu sehen. Vondiesem seinen Unglauben sagt der heilige Gregor:Der Unglaube des Thomas ist uns zum Glauben zu-träglicher gewesen, als der Glaube der andern Jünger."Ueberzengt von der Gottheit Christi und von der Wahr-heit seiner Auferstehung verkündigte er nach dem Pfingst-feste diese trostreiche Wahrheit auch Andern und warbis zu seinem Tode mit größter Anstrengung bemüht,durch dieselbe unzählige Menschen zu beglücken. Erpredigte den Medern und Persern das Evangelium, woer in einem Aufstande der Götzenpriester durch einenLanzenstich getödtet wurde.

Gebet. Wir bitten dich, o Gott! daß wir durchdie Fürbitte des heiligen Thomas allezeit beschütztwerden und ihm in seinem Glauben und auf dem Wegeder christlichen Vollkommenheit Nachfolgen, durch Christum,unfern Herrn. Amen.

DreilMdertsechsundsünszigstes Lesestück.

Am Feiemb.'tide des 22. Dezember.

Vom Wege zur Vollkommenheit und von den evangelischen Rächenüberhaupt.

Fr. Welches ist der beste und sicherste Wegzur Vollkom m enheitL

Antw. Die Nachfolge Christi.

Belehrung und Beispiel. Der beste und sichersteWeg zur christlichen Vollkommenheit ist überhaupt die Nach-folge Christi, d. h. wir werden am Leichtesten und Si-chersten zur christlichen Vollkommenheit gelangen, wenn wirin all' unserin Denken und Reden, Thun und Lasten un-fern: göttlichen Vorbild und Muster, Jesus Christus,der da ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, Nachfol-gen. Daher sagte der göttliche Heiland selbst zu jenem