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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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820
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82V Viertes Hauptstück. Von den sieben Tugenden, die den sieben Hauptsünden entgegengesetzt sind rc.

müse und Wasser geben. Der Kämmerer, welchen Gott demDaniel gewogen machte, antwortete: Ich fürchte den König,der euch die Speisen von seiner Tafel bestimmt hat. Wenndieser sähe, daß ihr magerer würdet, als die andern Jüng-linge, welche die königlichen Speisen essen, so könnte mir dießdas Leben kosten." Daniel erwiederte:Ich bitte dich, ver-suche es nur zehn Tage; dann besichtige uns, und mache eshernach, wie du es finden wirst!" Der Kämmerer versuchtees zehn Tage und fand, daß Daniel und seine Gesellengesünder und besser genährt aussahen, als vie andern Jüng-linge. Er fuhr also fort, ihnen nichts Anderes, als Gemüseund Wasser zu geben. Gott gab diesen Jünglingen großeWissenschaft und Weisheit. Dem Daniel ertheilte er auchdie Gabe, Gesichter und Träume auszulegen. (Dan. 1.) Solohnet Gott die Tugend der Mäßigkeit. Als ein Beispielbesonderer Mäßigkeit begegnet uns in der heiligen Schriftdes N. T. Johannes der Täufer. Er lebte nur vonHeuschrecken und wildem Honig, und seine Kleidung bestandaus Kameelhaaren; seine Wohnung war die Wüste. (Matth.3, 4.) Er mäßigte nicht nur alle menschlichen Leidenschaften,sondern, man darf sagen, er tödtete sie vollständig. Derjunge Theodosius, der von einem erlauchten Hause ab-stammte, seufzte jedesmal, so oft er den Tisch seines Vatersmit ausgesuchten und feinen Gerichten bedeckt sah.Wozu,"sagte er,diese Verschwendung und dieser Ueberfluß, da sowenig zur Nahrung des Menschen erforderlich ist?" Ermit solcher Mäßigkeit, daß es ihm oft Scrupcl machte, ermöchte etwa während der Mahlzeit des Guten zu viel gethanhaben. Oft sagte er:Die Unmäßigkeit ist die Quelle un-endlich vieler Sünden, die Mäßigkeit aber ist ein sehrwirksames Mittel, sich in der Gnade Gottes zu erhaltenund sich in allen Tugenden zu üben." Er starbreich an Verdiensten, nachdem er mehr ein englisches alsmenschliches Leben in der Wüste unter der Leitung des hei-ligen Pachomius geführt hatte. Dieß ist der Lohn derMäßigkeit.

Legende: Die heiligen Märtyrer Timotheusund Maura (f 305).

Unter der Zahl jener frommen Diener Gottes, diesich durch Keuschheit, wohlwollende Liebe und Mäßigkeitauszeichneten, finden wir auch die heiligen MärtyrerTimotheus und Maura, die am heutigen Tage fürden christlichen Glauben starben. Timotheus, welchererst drei Wochen mit Maura, einer Christin, vermähltwar, erhielt Befehl, den Göttern zu opfern; allein derheilige Bekenner war weder durch die unerhörtestenMartern, noch durch das Zureden seiner jungen Ge-mahlinzu bewegen, seinen Glauben zu verläugnen; viel-mehr erweckte er auch in Maura den früheren Glau-benSeifer wieder, so daß sie Beide den Martertod amKreuze vollendeten. Sie wurden nämlich gekreuzigt,und zwar so, daß sie, einander gegenüber hangend, biszum letzten Athemzuge sick anschanen mußten und sodie Marter doppelt litten. Die beiden Märtyrer bestan-

den ihren glorreichen Kampf am 19. Dezember deöJahres 305.

Gebet. Verleihe uns, o Herr! auf die Fürbitteder heiligen Blutzeugen Timotheus und Mauradie Gnade, in Keuschheit, wohlwollender Liebe undMäßigkeit dir zu dienen, um einst der Zahl jener From-men und Heiligen beigezählt zu werden, die im Lebendiese schöne Tugend geübt haben, durch Christum,unfern Herrn. Amen.

Dreihmidertvkerundsünfzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 20. Dezember.

6) Von der SLiiftmiith und endlich 7) vom Eifer im Guten.

Fr. Welche Tugend ist dem Zorne entgegen-gesetzt? und worin besteht sie?

Antw. Dem Zorne ist entgegengesetzt die Sanft-mnth, welche in der Unterdrückung aller Rachgierdeund aller Negung von ungerechtem Zorn und Unwillenbesteht.

Belehrung. Nach der Erklärung des heiligen Chry-sostomus ist Derjenige sanftmüthig, welcher die Beleidig-ungen, die ihm widerfahren, zu übertragen weiß, jene aber,die Andern zugefügt werden, zu verhindern trachtet, und derheilige Augustin nennt Denjenigen sanftmüthig,derdas Böse mit Gutem überwindet." Diese Tugend ist es,