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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Seite
818
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818 Viertes Hauptstiick. Von den sieben Tugenden,

es wenigstens mit den Armen getheilt, so wäre ich doch vorGott nicht leer an Verdiensten! Ach Herr! verzeihe mirmein Mißtrauen, hilf mir, und ich werde mich gewißbessern." So betete der Kranke. Gegen Morgen schlum-merte er ein, und als der Wundarzt erschien, bemerkte erzu seiner Neberraschung eine auffallende Besserung amkranken Fuße; die Abnahme desselben unterblieb. Nachkurzer Zeit konnte der Gärtner wieder seiner Arbeit nach-gehen, hielt aber auch sein Versprechen, und bemühte sich,vernünftige Sparsamkeit mit christlicher Frei-gebigkeit zu vereinigen. So sollst auch du von nunan handeln, mein Christ!

Legende: Der heilige GlaubenspredigerWunibald (st 761).

In einem vorzüglichen Grade besaß diese beidenTugenden der Dcnmth und Freigebigkeit der heiligeWunibald, dessen Lebensgeschichte am heutigen Tagein der Legende erzählt wird. Dieser Heilige war einBruder des heiligen Willibald und der heiligenWalburga, und obschon er aus fürstlichem Geblütsstammte, so war er doch voll Demuth und verwendeteseine reichen Schätze zur Ehre Gottes und der Kirche.Nachdem er sich zu Nom dem Klosterstaude gewidmet hatte,kam er von da als Glanbensprediger nach Thüringen undBayern, sowie in verschiedene andere Gegenden Deutsch-lands. Wunibald erhielt nun die Priesterweihe und ver-kündete mit segenreichcm Erfolge das Evangelium. Inder Gegend des Sualafeldes erbaute er das Kloster Hei«deuheim und verbannte von da das Heidenthum, sowiealle heidnischen Mißbräuche und allen Aberglauben. ImJahre 761 beschloß er sein für unser deutsches Vaterlandso verdienstvolles Leben mit einem seligen Tode.

die den sieben Hauptsünden entgegengesetzt sind re.

Gebet. Gib, o Gott! daß wir dem Beispieledes heiligen Wnnibald in der christlichen Demuth undFreigebigkeit folgen, damit, wenn wir uns hieniedendeinüthigen, wir einst erhöht werden, und wenn wir aufErden geben, auch uns einst im Himmel wieder gegebenwerde, durch Christum, unfern Herrn. Amen.

Dreiliundertdreimldsünszigstes Lesestück.

Am Feierabende des 19. Dezember.

ll) Bon der Keuschheit, 4) von der wohlwollenden Liebe und5) von der Mäßigkeit im Essen und Trinken.

Fr. Worin besteht die der dritten Hauptsündeentgegengesetzte Tugend der Keuschheit?

Antw. In der Bezähmung aller unreinen Lüste undBegierden, welche die heilige Schamhaftigkeit verletzen.

Belehrung und Beispiele. Die Keuschheit ist jenewahrhaft himmlische Tugend, die uns den Engeln gleich macht,und von welcher der Katechismus nicht oft genug sprechenkann, um uns dieselbe recht dringend zu empfehlen. Daherwurde von dieser Lilie unter den Tugenden, schon oben imsechsten und im neunten Gebote Gottes ausführlich gehandelt.In dieser Tugend zeichnete sich besonders die seligste JungfrauMaria aus; daher begrüssen wir sie in der lauretanischenLitanei alsdie keuscheste Jungfrau," alsdieJungfrau aller Jungfrauen" und alsdie Königinder Jungfrauen." (Sieh das nachfolgende Bild!) Aberauch alle Heiligen Gottes haben diese Tugend der Keuschheitgeliebt und unendlich hoch geschätzt; denn Alle,die Christoangehören," sagt der heilige Paulus (Gal. 5, 24.),habenihr Fleisch gekreuzigt sammt den Lastern und Gelüsten."Sollten nicht auch wir ihnen Nachfolgen? Sollten nicht auchwir diese engelreine Tugend der Keuschheit lieben und treubewahren? Siehe nur, welch ein Lohn, welch eine herrlicheKrone ihr winkt!Ausgezeichnet ist all dein Gebet und LobGottes," schreibt der heilige Cyrillus von Jerusalem,ausgezeichnet all dein Almosen, ausgezeichnet all dein Fasten,ausgezeichnet die Ehe, die man wohl bewahrt, ausgezeichnetdie Enthaltsamkeit, die man um Gottes willen beobachtet.Eine außerordentliche Krone aber erlangt in derSchrift die Jungfrauschaft und Keuschheit, wegenwelcher du leuchten wirst, wie ein Engel."

Fr. Worin besteht die dem Neide entgegengesetzteTugend: die wohlwollende Liebe?