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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 17. Dezember.

Daher sandte ihm aber Gott auch seine heiligen Engel zumSchutze, als er in der Löwengrubc schmachtete, so daß ermitten unter den wilden Thieren unversehrt blieb. Wirsehen dieß auch an dem heiligen Homobonus (sieh das vor-ausgehende Bild!), der gerecht war in Maaß und Gewicht,und der recht handelte in allen Stücken; weßhalb er nunauch unter den Heiligen Gottes glänzt. Wie sehr Gott dieGerechten liebt und schützt, das hat auch eine Wittwe inFlandern zu Duschberch erfahren. Diese hatte eine Brauereiund trieb sie mit der gewissenhaftesten Gerechtigkeit, so daßsie Nichts an Gehalt und Nichts an Maß gebrechen ließ;sie braute gerecht und maß gerecht aus. ES entstand aberein furchtbarer Brand in der Stadt, und schon nahte daswilde unbezwingbare Feuer dem Hause unserer Wittwe.Was thnt sie? Sie nimmt all' ihr Geschirr, worin sie dasBier auszumessen pflegte, stellte es vor das Haus an dieThüre auf die offene Strasse, und rief da den Namen desHerrn an mit den Worten:Gerechter, barmherziger Gott!wenn ich jemals einen Menschen mit meinen Messereien be-trogen habe, so will ich, daß mein Haus zusammenbrenne.Ich rufe deine Gerechtigkeit an; sieh gnädig auf mich undmeinen Hausrath herab, den ich nie zu einer Ungerechtigkeitgebraucht, mit dem ich Niemanden ungerecht zugemessen habe!"So sprach sie, und steh! rundum hatte das Feuer alle Ge-bäude in Asche gelegt; aber ihr Haus und ihr Braugeschirrblieb unverletzt stehen. Wer sollte also diese so segenrcicheTugend nicht gerne üben, da sich an den Gerechten die Wortedes Herrn erfüllen:Die Augen des Herrn sehen auf den Ge-rechten, und seine Ohren hören auf seine Bitten !" (Ps. 33,16.)

Legende: Die heilige Adelheid, deutscheKaiserin (ch 999).

auch die heilige Adelheid aus, deren Fest wir heutefeiern. Denn sie beobachtete nach dem Zeugnisse desheiligen Odilo gegen ihre Dienerschaft Klugheit undMilde, gepaart mit Ernst, gegen die Fremden eine an-ständige Würde, gegen die Armen eine unermüdet werk-thätige Liebe; zur Verherrlichung der Kirchen gab siedie reichsten Spenden hin; den Wohlgesinnten erwiessie sich unveränderlich huldreich, den Lasterhaften hin-gegen strenge. Sie war zufrieden und enthaltsam;demüthig in ihrem Glücke, standhaft und geduldig imUnglücke. An der Tafel war sie mäßig, in der Kleid-ung sittsam, im Lesen, im Gebete, Nachtwachen undFasten ausdauernd, und stets geneigt zur Unterstützungder Armuth. Ihre hohe Geburt flößte ihr keinen Stolzein. Sie achtete weder die wegen ihrer Macht ihr zu-getheilten Lobeserhebungen, noch bildete sie sich Etwasans die ihr von Gott verliehenen Tugenden ein. DieMutter aller Tugenden, die Klugheit, stand ihr in allenHandlungen als treue Gefährtin zur Seite. Im Glaubenhatte sie eine höhere zuversichtliche Festigkeit, und in derHoffnung eine feste Zuversicht. Sie war stets fröhlichenGemüthes und eine Freundin des Friedens. Also starbsie zu <selz bei Straßburg i. I. 999.

Gebet. Wir bitten dich, Herr, himmlischer

Vater! laß auch uns in christlicher Klugheit und Ge-rechtigkeit durch dieses Leben wandeln, damit wir eben-so, wie die heilige Adelheid, unser ewiges Ziel er-reichen und dich einst in der Glorie des Himmels mitallen Heiligen und Auserwählten loben und preisen,der du lebest und regirst in Ewigkeit. Amen.

Durch diese beiden Cardinaltugenden der christlichenKlugheit und Gerechtigkeit zeichnete sich ganz besonders

Dreihundertemundfünszigstes Lesestück.

Am Feierabende des 17. Dezember.

Von den vier Cardinaltugenden, und zwar von den letzten zwei:Mäßigkeit und Starkinuth.

Fr. Worin besteht die Mäßigkeit?

Antw. Darin, daß wir die sinnlichen Neigungen

und Begierden, die uns vom Guten abhalten, bezähmen.

Belehrung.Die Mäßigkeit," sagt der heiligeThomas von Aguin,bedeutet eine gewisse Mäßigung,welche die Vernunft in den menschlichen Handlungen undLeidenschaften vorschreibt;"ihr steht es zu," fügt St.Bernhard bei,nicht nur der Gerechtigkeit, sondern auchder Starkmuth und Klugheit Maß und Ziel vorzuschreiben."Die christliche Mäßigkeit ordnet und bezähmt die sündhaftenNeigungen und Leidenschaften in uns, sowie die Sorge fürunfern Leib und die irdischen Güter, auf daß wir nicht all-