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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 11. Dezember.

Afrika und hatte während der Diokletianischen Verfolg-ung sehr viel zu leiden, weßhalb ihm der Name „Mär-tyrer" beigelegt wird. Mit allem Eifer kämpfte ergegen die Irrlehre der Manichäer und Donatisten; zeigtesich aber äußerst liebevoll und milde gegen die Verirrtenund that alles Mögliche, um den Frieden der Kirche zuerzielen und zu sichern. Wegen dieses liebevollen undmilden Benehmens lobt der heilige Augustin diesenedlen Vater der Gläubigen, indem er auSruft: „O destrefflichen Mannes! O des Sohnes deö Friedens! O desVaters des christlichen Volkes!" >— Nach dritthalbjährigcr,gesegneter Amtsführung starb Melchiades zu Romi. I. 314 selig im Herrn, und wurde im Friedhofe desheiligen Kalixtus begraben.

Gebet. O Gott, der du uns so viele Beweisedeiner Liebe gibst, verleihe uns auf die Fürbitte desheiligen Melchiades, daß auch wir gegen Andere lieb-voll handeln und uns dadurch deiner Liebe immer wür-diger machen, durch Christum, unfern Herrn. Amen.

Dreihundertsünfundvierzigstes Lesestülk.

Am Feierabende des 11. Dezember.

Von den neun fremden Sünden, und zwar von den ersten drei,welche der wirklichen Sünde vorhcrgehen.

Fr. Was gibt es außer den bereits besprochenennoch für Sünden?

Antw. Die neun fremden Sünden, d. h. jeneSünden, die zwar von Andern begangen, aber auch unsals Mitschuldigen zugerechnet werden; denn „nicht alleinJene," sagt der heilige Paulus (Rom. 1, 32.), „diesolches (Böses) thun, sind des Todes würdig, sondernauch die Denen Beifall geben, welche es thun."

Fr. Wie kann man die neun fremden Sündeneintheilen?

Autw. In folgende drei Klassen: 1) in solche,welche der wirklichen Sünde vorausgehen, 2) in solche,welche sie begleiten, und 3) in solche, welche ihr folgen.(Heute nur von der ersten Klasse!)

Fr. Welche fremden Sünden gehen den wirk-lichen Sünden voraus?

Antw. Folgende drei: l) Zur Sünde rathen,2) Andere sündigen heißen, und 3) Andere zur Sündereizen.

Fr. Was heißt das: „Zur Sünde rathen?

Antw. Es heißt Jemanden Anleitung geben,einen bösen Entschluß zu fassen oder auszuführen, mages nun wirklich zur Ausführung kommen oder nicht.

Belehrung und Beispiele. Wer durch vorgelcgteGründe, durch Ermahnungen oder durch Bitten einen Andernzu Etwas zu verleiten sucht, was sündhaft ist, Der hat zurSünde gerathen und hat gleichsam die nämliche Sünde, dieer gerathen hat, selber begangen. Solch einen bösen Rath-gebcr machte Architophel, von dem wir im zweiten Bucheder Könige 15. Kap. lesen. Dieser machte zu Hebron demAb solon die boshaftesten Vorschläge, wie er sich gegen sei-nen eigenen Vater David empören und ihn vom Thronestürzen könnte. Solch einen bösen Rath gab auch Kaiphas(Joh. 11.) dem hohen Rache, indem er zu den Priesternund Schriftgclchrtcn, die gegen Jesus schon aufgebrachtwaren, sagte: „WaS sollen wir thun? Es ist doch besser, daßEin Mensch sterbe, als daß das ganze Volk von den Römernunterjocht werde." Auf diesen Nach hin wurde der unschul-dige Jesus zum Tode vcrurtheilt und gckrcuziget. Undmacht sich nicht auch heut zu Tage eine Menge Menschendieser Sünde schuldig? Hört man nicht oft solche oder ähnlicheReden aus dem Munde der Leute: „Du, das darfst du nichtleiden, dein Ansehen steht auf dem Spiele, Dem darfst dunicht nachgeben, Den mußt du verklagen." Dicß ist gewißein sündhafter Rath; und wenn man auch beisetzt: „Ich willdir Nichts cinredcn, aber ich würde es nicht leiden," — sohat man dadurch die Verantwortung nicht von sich abgelehnt,sondern es ist gerade dadurch der böse Rath »och gesteigertworden, und die ganze Sünde, die daraus erfolgt, fällt Demmit zur Last, der den Rath gegeben, und es macht dieß garkeinen Unterschied, ob der Andere auch ohne diesen Rath csgethan haben würde oder nicht. — Andere sagen wieder:„Du mußt auf deine Eltern nicht aufmerken, sieh, du bistjetzt groß, hast selber schon Verstand; — geh' mit uns, laßdeine Eltern reden, und wenn es ihnen nicht recht ist, so be-gehre auf gegen sie!" Wieder Andere sagen: „Ei, cs istnicht Alles so sehr Sünde, wie die Geistlichen sagen; einehrsamer Tanz ist schon erlaubt, eine ordentliche Bekanntschaftdarf man auch haben re. Machen cs die Andern auch so;sollten etwa die Alle verdammt sein? Mache also keinen Sonder-ling, lebe auch mit der Welt, man lebt ja nur einmal, dieJugend kehrt nicht wieder!" Solche Reden sind ein boshafterRath, und alle Sünden, die daraus entstehen, hat auch derzu verantworten, der diesen Rath gegeben. Wie oft wirdnicht solch böser Rath ertheilt? Gibt es nicht Eltern, welche