Druckschrift 
Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
795
Einzelbild herunterladen
 

793

Feierabende

predigten mächtig und bekehrten viele Heiden. An einemder Sabbate kam beinahe die ganze Stadt zusammen, dasWort zu hören. Als nun die Juden soviel Volk sahen,wurden sie voll Neid auf die Heiden und so voll Eifersucht,daß sie Dem, was Paulus vortrug, widersprachen undlästerten. (Apostelgeschichte 13, 44 — 45.)

Fr. Was heißt ferner: „Gegen heilsame Er-mahnungen ein verstocktes Herz haben?"

Antw. Es heißt: Auf die Einsprechnngen Gottes,die er uns durch seine Diener im Worte Gottes, imBeichtstühle rc. oder durch andere fromme und wohl-meinende Mitmenschen auf was immer für eine Weisezukommen läßt, auf die Strafen und Prüfungen, durchdie uns Gott vom Bösen abziehen will, nicht achten undfortsüudigen.

Belehrung. Wer erkennt die Größe dieser Sündenicht? Siehe, ein Fürst klopft an die Thüre eines armenBettlers, um bei ihm einzukehren und zu bleiben, ist das^ nicht die größte Ehre? Wenn nun der Bettler nicht öffnet,

I ihm mit rauhen Worten begegnet, wird der beleidigte Fürst

j nicht für immer von ihm weichen? Dasselbe Loos trifft

des 9. Derembo,-

eine Seele, die ihrem göttlichen Heiland, wenn er an dieThüre ihres Herzens klopft, (sieh das nebenstehende Bild!)nicht öffnet und die Einsprechnngen des heiligen Geistes ver-achtet. Daher spricht Gott der Herr (Jerem. 7.): „Siehaben mich nicht gehört, ihre Ohren nicht zu mir geneigt,sondern sie haben ihren Nacken verhärtet. Darum will ichsie verwerfen und sie nicht mehr als mein Volk erkennen."

Beispiele und Anwendung. Aus zahlreichen Bei-spielen können und müssen wir das Verderben dieser Sündeersehen. Noe baute über hundert Jahre lang an der Arche,um dadurch seinen Zeitgenossen Buße zu predigen; allein sieachteten nicht ans diese Predigt, blieben verstockt und gingenin der Sündfluth zu Grunde. — Die Israeliten achtetennicht auf die Mahnungen und Warnungen der Propheten;daher mußten sie oft Gottes Zuchtrnthe fühlen. (Jsai. 10.) —Pharao wurde oft von Moses gewarnt; cs wurden ihmdie schwersten Strafen angedroht; allein er blieb verstockt,und so fand er sein Grab in den Wellen des Meeres u. s. f.— Auch aus dem Leben der Heiligen will ich noch ein Bei-spiel beifügen. Als der römische Feldherr Balazins heiligeEinsiedler und Jungfrauen hatte schimpflich mit Geißelstreichcnmißhandeln lassen, schrieb der große Antonius ihm folgen-den Brief: „Ich sehe den Zorn Gottes über dich kommen;höre auf, die Christen zu verfolgen, auf daß dich der gött-liche Grimm nicht plötzlich ereile, der dir nahen Untergang droht!"Der Feldherr lachte über den Brief des heiligen Mannes;aber nach fünf Tagen starb er eines jämmerliche» Todes,zur Strafe seiner Sünden, Allen zum schrecklichen Beispiele,die die Worte eines heiligen Predigers verschmähen und gegenheilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben.

Fr. Was heißt endlich das: „In der Unbnß-fertigkeit vorsätzlich verharren?"

Antw. Es heißt: Sünden auf Sünden häufenmit dem gottlosen Vorsatze, nicht Buße zu thun, un-rechtes Gut nicht znrückzugeben, in Haß und -Feindschaftfortlebcn und sterben zu wollen.

Belehrung. „Wenn der Mensch," sagt der heiligeAugustin, „seinen Sünden, von denen er durch heilsameBuße sich reinigen sollte, kein Ziel und Ende macht undnbcrdieß sich noch vornimmt, nie Buße thnn zu wollen, soist er unbußfertig." Und welches LooS wird ihn treffen?Sirach (5, 9.) spricht cs mit den Worten auS: „Plötzlichkommt Gottes Zorn und wird zur Zeit der Rache ihn verderben."

Beispiele und Anwendung. In dieser furchtbarenSünde gingen die Einwohner von Sodoma und Go-morrha zu Grunde, indem sie bis zu ihrem Untergangeihr Sündenleben fortsctzten. — Saul achtete nicht auf dieMahnungen des Propheten Samuel und starb in Unbuß-fertigkcit. — So verharrten auch die Einwohner von

100 *