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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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794
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794 Viertes Hauptstück. Von den sechs Sünden wider

wohl in der Ewigkeit treffen, da er der anerkannten Wahr-heit so hartnäckig Widerstand leistete?! — Möge uns Gottder Herr vor diesen schrecklichen Sünden bewahren, undMaria, die seligste Jungfrau, uns schützen, damit wir ja niein eine solche Sünde fallen!

stegende: Die unbefleckte Empfängniß Mariä.

Zn dieser mächtigen Helferin und Beschützerin wollenwir daher ganz besonders heute unsere Zuflucht nehmen;denn am heutigen Tage feiert die heilige katholische Kirchedas Fest der unbefleckten Empfängniß Mariä.Zu allen Zeiten herrschte innerhalb der Kirche die frommeMeinung, daß Maria unmöglich vom Gifthanche derErbsünde könne berührt worden sein. Deßhalb sprachPapst Benedikt XIV. auch aus, daß sich die Kirchezur Meinung der unbefleckten Empfängniß Hinneige. Inder neuesten Zeit brachten viele Bischöfe beim heiligenStuhle die Bitte vor, man möchte hierüber eine gründ-liche Erörterung und eine Entscheidung einleiten. PapstPius IX., ein ganz besonderer Verehrer der seligstenJungfrau, holte nun die Ansichten und Meinungen derBischöfe der ganzen katholischen Welt ein, und erkannte,daß zu allen Zeiten und an allen Orten die frommeMeinung von der unbefleckten Empfängniß sorgfältig er-halten und gepflegt worden sei. Er lud deßhalb alleBischöfe des Erdkreises zu sich nach Rom ein, um unterGebet durch noch genauere Berathnng die Frage zu er-örtern. Am 8. Dezember 1854 waren nebst den Car-dinälen über vierhnndertvierzig Erzbischöfe, Bischöfe undPrälaten, über tausend Priester und gegen fünfzigtansendGläubige ans allen Ländern in Rom versammelt. Daerklärte nun der heilige Vater Pius IX. kraft seinerhöchsten Auktorität: „Es ist Glaubenssatz, daß die

den heiligen Geist, und zwar von den letzten drei.

allerseligste Jungfrau Maria im ersten Au-genblicke ihrer Empfängniß selbst, durch ei-nen besondern Vorzug und eine besondereGnade Gottes, in der Kraft der VerdiensteJesu Christi, des Erlösers des Menschenge-schlechtes, von jeder Makel der Erbsünde un-befleckt bewahrt wurde." Dadurch wurde derVerherrlichung Mariä die Krone aufgesetzt.

Gebet. O Gott, der du durch die unbefleckteEmpfängniß der seligsten Jungfrau Maria deinem Sohneeine würdige Wohnung bereitet hast, verleihe uns aufihre Fürbitte, daß wir dir unfern Leib und unsere Seelestets unbefleckt bewahren, durch ebendenselben Christum,unfern Herrn. Amen.

Dreihundertdreiundvierzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 9. Dezember.

Bon den sechs Sünden wider den heiligen Geist, und zwar vonden letzten drei.

Fr. Was heißt: „Den Nächsten nm der gött-lichen Gnade willen beneiden?" ^

Antw. Es heißt: lieber die Gaben und Gnaden jGottes, welche der fromme Nächste empfängt, Verdruß ^schöpfen, ihn deßhalb hassen und verfolgen. ^

Belehrung und Beispiele. Das ist ein wahrhaftteuflischer Neid; daher steht auch geschrieben (Weish. 2, 24.):„Durch den Neid des Teufels ist der Tod in die Welt ge-kommen." — Man sollte gar nicht glauben, daß ein solches i

Laster möglich wäre, und dennoch kommt cs, leider! garhäufig war. Schon im Paradiese wurde diese Sünde be- ^

gangen; durch sie ging das Paradies verloren. Der Satanbeneidete nämlich unsre Stammeltern, weil sie bei Gott inGnaden standen, und suchte sie deßhalb in's Verderben zustürzen. — Kain sah, daß das Opfer seines Bruders demHerrn angenehm sei; das entrüstete ihn, und er konnte denAbel aus Neid wegen der Gnade, die ihm Gott erwiesenhatte, nicht mehr ansehcn. Die Folge dieser Sünde war dieErmordung Abels. (1. Mos. 4.) — Die Hohenpriesterund Pharisäer sahen die Wunder Jesu und den gesegnetenErfolg seiner göttlichen Lehre. Da wurden sie ans Gnaden-ueid durch eben Das aufgebracht, was sie rühren sollte, undbeschlossen, ihn aus dem Wege zu räumen. — Auch denAposteln erging es nicht bester, als ihrem Meister. Paulus j

und Barnabas kamen nach Antiochia in Pisidien und !